Ermittlungen wegen Ölpest – Riss ein deutscher Frachter das Leck in die Pipeline vor Kalifornien?
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Ermittlungen wegen ÖlpestRiss ein deutscher Frachter das Leck in die Pipeline vor Kalifornien?

Neuer Verdacht der Ermittler: Kurz vor dem Beginn der Ölpest beim südkalifornischen Huntington Beach hatte ein deutscher Frachter in der Nähe geankert und eigenartige Manöver durchgeführt.

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Der Frachter Rotterdam Express hatte sich zum Zeitpunkt des Ölaustritts vor Huntington Beach befunden.

Der Frachter Rotterdam Express hatte sich zum Zeitpunkt des Ölaustritts vor Huntington Beach befunden.

Wikipedia/Tony Alter
Daten der Orgnaisation Skytruth zeigen die Position der Rotterdam Express vor Ort.

Daten der Orgnaisation Skytruth zeigen die Position der Rotterdam Express vor Ort.

Twitter/SkyTruth
Die Küste wurde auf einer Länger von mehreren Kilometern mit Ölschlick verschmutzt.

Die Küste wurde auf einer Länger von mehreren Kilometern mit Ölschlick verschmutzt.

AFP

Darum gehts

  • Vor knapp einer Woche traten aus einer beschädigten Ölpipeline in Südkalifornien Hunderttausende Liter Rohöl aus und verschmutzten lokale Strände.

  • Taucher stellten fest, dass die Pipeline aus ungeklärten Gründen verschoben und aufgerissen worden war.

  • Im Vordergrund steht die Theorie, ein Schiffsanker habe die Leitung beschädigt. Nun wird untersucht, ob ein deutscher Frachter involviert sein könnte.

Im Zusammenhang mit der Ölpest in Kalifornien konzentrieren sich die Ermittlungen unter anderem auf ein unter deutscher Flagge fahrendes Frachtschiff, das sich offenbar oberhalb der vor Huntington Beach geborstenen Pipeline befunden hat. Das verlautete am Mittwoch (Ortszeit) aus US-Behördenkreisen. Die Rotterdam Express sei aber nur ein Hinweis, dem man bei der Untersuchung nachgehe. Die Ermittler wollten Besatzungsmitglieder befragen.

Die Nachrichtenagentur AP hat Datenmaterial des Dienstleisters MarineTraffic ausgewertet, der Radiosignale dokumentiert, mit denen der Aufenthaltsort von Schiffen übermittelt wird. Den Daten zufolge machte die 305 Meter lange Rotterdam Express ungewöhnliche Manöver, als sie sich offenbar oberhalb der Ölpipeline im Süden von Kalifornien befand. Die Pipeline riss später, wodurch Rohöl an Strände gespült wurde. Die Küstenwache ermittelt, ob ein Schiffsanker die Pipeline verformt haben könnte.

Der Betreiber der Rotterdam Express, Hapag-Lloyd, bestritt, dass das Frachtschiff an dem Ölleck beteiligt gewesen sei: Gegenüber der «LA Times» sagte ein Sprecher, das Schiff habe zwar vor Ort geankert, sei der Pipeline aber nie nahegekommen. Auch Daten der Non-Profit-Organisation Skytruth weisen darauf hin, dass die Rotterdam Express vor Ort lag, sich aber der Ölleitung nie auf mehr als 500 Meter näherte.

War die Ölleitung schon vorher verschoben?

Möglich ist laut Experten allerdings, dass die 40 Jahre alte Ölleitung nicht mehr an den exakt selben Stellen lag, wo sie einst erstellt wurde. Taucher stellten zudem fest, dass ein 1,2 km langer Abschnitt der Pipeline um gut 30 Meter verschoben worden war und einen über 30 cm langen Riss aufwies, aus dem Öl austrat. Ein Schiffsanker gilt als wahrscheinlichste Ursache für den Schaden.

Den Daten von MarineTraffic zufolge war das Frachtschiff am 22. September vor dem Hafen von Long Beach in Kalifornien eingetroffen. Es ging rund 610 Meter von der Pipeline entfernt vor Anker. Einen Tag später bewegte sich das Schiff dem Datenmaterial zufolge mehrere Hundert Meter nach Südosten. Damit wäre es oberhalb der Pipeline am Meeresgrund in etwa 30 Metern Tiefe gewesen. Mit dem Motor sei das Schiff dann offenbar zurück zu seiner Ankerstelle gefahren. Die Rotterdam Express bewegte sich den Daten zufolge noch zwei weitere Male. Das Schiff blieb bis zum Sonntag an der Ankerstelle SF-3, dann fuhr es in den Hafen ein. Den ersten Bericht über Öl in der Gegend nahe der Pipeline gab es am Freitagabend (Ortszeit).

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(AP/trx)

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