Geschmacklich einwandfrei – Risse im Teig – Berner Älpler-Paar bleibt auf 1,8 Tonnen Käse sitzen 
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Geschmacklich einwandfreiRisse im Teig – Berner Älpler-Paar bleibt auf 1,8 Tonnen Käse sitzen

Wegen eines Fehlers im Teig bleibt das Ehepaar Sulliger auf 180 Stück Alpkäse sitzen. Via Social Media versucht es nun, ihr Produkt doch noch loszuwerden.

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Bei Sulligers warten rund 180 Käselaibe auf Abnehmer.

Bei Sulligers warten rund 180 Käselaibe auf Abnehmer.

Jessica Sulliger
Bei der Taxierung wurden Risse im Teig festgestellt, weshalb der Zwischenhändler die Ware nicht akzeptierte.

Bei der Taxierung wurden Risse im Teig festgestellt, weshalb der Zwischenhändler die Ware nicht akzeptierte.

Jessica Sulliger
Die Sulligers sind enttäuscht: «Da gibt man sich den ganzen Sommer Mühe, durchläuft Lebensmittelkontrollen, versucht alle Vorschriften einzuhalten – und im Herbst wird einem gesagt, der Käse sei nicht erwünscht.»

Die Sulligers sind enttäuscht: «Da gibt man sich den ganzen Sommer Mühe, durchläuft Lebensmittelkontrollen, versucht alle Vorschriften einzuhalten – und im Herbst wird einem gesagt, der Käse sei nicht erwünscht.»

Jessica Sulliger

Darum gehts

  • Bei der Taxierung wurden beim Alpkäse der Familie Sulliger Querrisse im Käseteig festgestellt.

  • Der Zwischenhändler weigerte sich daher, die Ware abzunehmen.

  • Via Facebook suchen die Sulligers nun Abnehmer für ihr Produkt.

Der Alpkäse von Jessica und Viktor Sulliger aus Saanenmöser gehört zu den besten des Kantons. Schon mehrmals schaffte er es an der Alpkäse-Meisterschaft in die Top Ten. Doch in diesem Jahr läufts bei den Sulligers nicht so rund wie auch schon. Der Grund: Bei der Taxierung im Herbst wurden Querrisse im Käseteig festgestellt, sogenannte Gläss. Diese können zum Problem werden, wenn man den Käse zunächst zwei bis drei Jahre lagert, um ihn anschliessend zu hobeln. «Er fällt dann auseinander», erklärt Jessica Sulliger. Aufgrund des Fehlers im Teig erhielt der Käse in der Kategorie Lochung 4, beim Teig 4.5 von 5 Punkten. In den Kategorien Geschmack und Aussehen gabs die volle Punktezahl.

Doch Schönheit und Aroma reichten nicht aus. «Der Zwischenhändler meinte, dass er den Käse wegen der Löcher nicht verkaufen könne und der Detailhändler ihm die ganze Charge zurückschicken würde», sagt Sulliger. Deshalb bleibt das Ehepaar nun auf 1,8 Tonnen Alpkäse sitzen. Auf eine Art könne sie die Reaktion des Zwischenhändlers verstehen, sagt die 29-jährige Älplerin. «Andererseits verkauft er auch Rapskäse. Er könnte den Alpkäse also gut rapsen und ihn mit dem anderen Käse vermischen, dann würde man die Löcher ja nicht mehr sehen.» Dass der Händler ihr Produkt nun gänzlich ablehne, sei frustrierend: «Da gibt man sich den ganzen Sommer Mühe, durchläuft Lebensmittelkontrollen, versucht alle Vorschriften einzuhalten – und im Herbst wird einem gesagt, der Käse sei nicht erwünscht.» Sulliger weiter: «Der Alpkäse ist unsere Existenz, davon leben wir.»

Nun versuchen die Sulligers, die rund 180 Käselaibe via Facebook vergünstigt loszuwerden. Dies sollte möglichst bald geschehen. «Nach drei bis vier Monaten Lagerung wird der Käse im Geschmack rezenter», erklärt Sulliger. Das Kilo gibts für 13 statt 18 Franken.

Nachtrag: Die 1,8 Tonnen Alpkäse konnten bereits verkauft werden.

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(sul)

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