Aktualisiert 22.04.2014 12:03

Schweizer «Tatort» Ritschards «Bierli» stossen auf Kritik

Eine Leiche, viel Esoterik und ein Gesellschaftsdrama zeigte der sechste Schweizer «Tatort». Während die heimischen Kritiker den Krimi nicht mögen, sind die Deutschen gnädiger. Ein wenig.

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Eine ermordete Mutter, drei Kinder von drei Vätern und ein spiritueller Heiler: Die sechste Schweizer «Tatort»-Folge «Zwischen zwei Welten» griff am Ostermontag gleich mehrere Themen auf. Für die Schweizer Kritiker zu viel des Guten. So kritisiert die NZZ etwa, dass das Medium die Arbeit des Ermittlerduos Flückiger/Ritschard beinahe komplett übernommen hatte. Der «Tages-Anzeiger» schreibt: «Ja, der neue Luzerner ‹Tatort: Zwischen zwei Welten› ist wie aus einem einzigen lauen Guss; einem Guss aus Klischees.» Und: «So bleibts bei einem toten ‹Tatort›.»

Ebenfalls klischiert erscheint die synchronisierte Version der Schweizer Ausgabe. So will Reto Flückiger ein «Bierli» nehmen oder eins «zwitschern» und Kollegin Liz Ritschard bedankt sich permanent mit einem «Mässi». Focus.de ist genervt. Das Schweizerdeutsch mute komisch an. Mehr nationale Aspekte fordert Bz-berlin.de: «Schade war auch, dass dieser ‹Tatort› frei von Lokalkolorit war.» Doch mehr als an der Sprache liegt das wohl an der Aufmachung. Neuerdings verzichtet der Luzerner «Tatort» offenbar gänzlich auf Disneyland-Kulissen: Keinen Wasserturm, keine Altstadt, keine Kapellbrücke– «Zwischen zwei Welten» hätte auch in Bielefeld oder Gütersloh spielen können, kritisiert die Zeitung.

Miese Quoten aber «kein Blindgänger»

Die gleiche Sprache spricht die Quote. Bei den zwischen 14- und 49-Jährigen schalteten 1,75 Millionen Deutsche ein. Der entsprechende Marktanteil von 12,7 Prozent ist laut Quotenmeter.de der schwächste aller neuen Schweizer «Tatort»-Ausgaben.

Während allgemein kaum Begeisterung für die sechste Folge aufkommen mag, urteilen die «Frankfurter Allgemeine» und Spiegel.de positiv: Das Einschalten lohne sich durchaus und die Figuren seien stimmig, schreibt Letzterer. Und die FAZ schwärmt regelrecht: «Kaum zu glauben, dass anfangs die Schweizer ‹Tatorte› als Blindgänger galten.»

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