«Ritter der Strasse»: Ritterlicher Bademeister
Aktualisiert

«Ritter der Strasse»Ritterlicher Bademeister

Der 40-jährige Bademeister Peter Sibold aus dem aargauischen Döttingen ist zum «Ritter der Strasse» geschlagen worden. Er hatte eine Nichtschwimmerin gerettet, die in Panik mit ihrem Auto in die Aare gefahren war.

Die Frau hatte Ende Mai ihr Auto beim Schwimmbad Döttingen direkt an der Aare parkiert. Als sie wegfahren wollte, legte sie den Rückwärtsgang nicht richtig ein, worauf sich das Fahrzeug vorwärts Richtung Aare in Bewegung setzte.

Den reissenden Fluss vor Augen, zog die Nichtschwimmerin panikartig die Handbremse. Diese war jedoch defekt und das Auto rollte langsam ins Wasser, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) mitteilte.

Er habe die Schreie der Frau gehört, doch aus 50 Meter Entfernung nur noch das Heck des davontreibenden Fahrzeuges gesehen, schilderte Sibild an der Preisverleihung in Döttingen den Vorfall. Er sei losgerannt und habe sich auf der Höhe des bereits untergehenden Fahrzeuges in die Aare gestürzt.

Nur mit grosser Mühe sei es ihm gelungen, die Frau vom Auto wegzuziehen und ans sichere Ufer zu bringen. «Ich habe die Nichtschwimmerin zweimal wegstossen müssen, damit sie mich nicht unter Wasser drückte», sagte der neue «Ritter der Strasse».

Die Frau, die viel Wasser geschluckt und in die Lungen bekommen hatte, konnte das Spital nach einem Tag verlassen. Das Auto wurde zwei Tage nach dem Vorfall von der Polizei aus der Aare geborgen.

Peter Sibold habe spontan und selbstlos gehandelt, sagte Peter Remund, Präsident der Jury, bei der Übergabe der Urkunde. Seit 39 Jahren werden Verkehrsteilnehmer, die sich besonders mutig und rücksichtsvoll verhalten und dazu beitragen, Unfälle zu verhüten, als «Ritter der Strasse» ausgezeichnet.

(sda)

Deine Meinung