Aktualisiert 06.10.2018 21:32

14. Zurich Film FestivalRoadmovie «Walden» ist der beste Schweizer Film

Am Samstagabend sind am 14. Zurich Film Festival die Preise verteilt worden. Belgien und Dänemark konnten dabei abstauben.

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Das Roadmovie «Walden» von Daniel Zimmermann ist mit dem Förderpreis für den besten Schweizer Film ausgezeichnet worden.

Das Roadmovie «Walden» von Daniel Zimmermann ist mit dem Förderpreis für den besten Schweizer Film ausgezeichnet worden.

Getty Images/Thomas Lohnes
Als der beste Film im Wettbewerb «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» hat sich der Jugendfilm «L'animale» der österreichischen Regisseurin Katharina Mückenstein durchgesetzt.

Als der beste Film im Wettbewerb «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» hat sich der Jugendfilm «L'animale» der österreichischen Regisseurin Katharina Mückenstein durchgesetzt.

Keystone/Ennio Leanza
Der deutsche Regisseur Wim Wenders nimmt an der Award Night den diesjährigen «A Tribute to... Award» entgegen.

Der deutsche Regisseur Wim Wenders nimmt an der Award Night den diesjährigen «A Tribute to... Award» entgegen.

Keystone/Ennio Leanza

Am 14. Zurich Film Festival ist das Roadmovie «Walden» von Daniel Zimmermann mit dem Förderpreis für den besten Schweizer Film ausgezeichnet worden. Die Goldenen Augen im internationalen Spielfilm- und Dokumentarfilmwettbewerb gingen nach Belgien und Dänemark.

Das Goldene Auge für den Hauptpreis in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» durfte der belgische Regisseur Lukas Dhont für sein Drama «Girl» entgegennehmen. Dhont erzählt in seinem Erstlingswerk die Geschichte einer jungen Transfrau, die auf ihrem Weg zur Ballerina zeitgleich mit einer Geschlechtsumwandlung zur Frau, hohem Leistungsdruck und sozialen Erwartungen zu kämpfen hat.

Er freue sich unglaublich über diese Auszeichnung und darüber, dass der Film dadurch einem breiten Publikum zugänglich gemacht werde, sagte Lukas Dhont am Samstag an der Award Night im Zürcher Opernhaus.

Österreichischer Jugendfilm gewinnt

Der Preis für den besten internationalen Dokumentarfilm ging an den dänischen Filmregisseur Janus Metz und seine Ehepartnerin Sine Plambech. Im Fokus von «Heartbound» steht der dänisch-thailändische Heiratsmarkt. Metz und Plambech begleiteten vier thailändische Frauen, ihre dänischen Ehemänner und deren Kinder über zehn Jahre und gingen dabei universellen Fragen der Liebe und Familie nach.

Als der beste Film im Wettbewerb «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» hat sich der Jugendfilm «L'animale» der österreichischen Regisseurin Katharina Mückenstein durchgesetzt. Der Film handelt von der jungen Mati und ihrem Verhältnis zu ihren Eltern und ihrer Jungsclique und behandelt Themen wie Geschlechterstereotypen und Feminismus.

Die Goldenen Augen der beiden internationalen Wettbewerbe sind mit je 25'000 Franken dotiert, während die Auszeichnung der Sektion «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» mit einem Preisgeld von 20'000 Franken verbunden ist.

Schweizer Film mit 360-Grad-Aufnahmen

In dem mit dem Förderpreis für den besten Schweizer Film ausgezeichneten Roadmovie «Walden» geht der Thuner Daniel Zimmermann der Frage nach, wie wir täglich mit unserem Lebensraum umgehen. Zimmermann nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu mit auf eine Reise, die in den Wäldern von Österreich beginnt und im Herzen des brasilianischen Regenwaldes endet. Der Film besteht aus dreizehn 360-Grad-Aufnahmen.

Manchmal müsse man in den Wald gehen, um eine andere Sicht auf die Gesellschaft zu erhalten, manchmal müsse man herunterfahren, um seine Umgebung wahrzunehmen und manchmal müsse man zivilen Ungehorsam walten lassen, um die Machtstrukturen zu ändern, liess Daniel Zimmermann den Gästen der Award Night ausrichten. Und manchmal sei es nötig, einen Film über all diese Themen zu drehen, und manchmal erhalte man sogar einen Preis dafür, ergänzte er humorvoll.

Den Treatment Award - eine Auszeichnung für die Drehbuchschaffung - strichen die Zürcher Autoren Maurizius Staerkle Drux und Lenz Baumann ein. Das Projekt «C.O.D.A. - Child Of Death Adults» überzeugte die Jury am meisten. Die beiden erhalten 5000 Franken als Preissumme sowie weitere 25'000 Franken für die Drehbuchentwicklung.

Der Kritikerpreis für den besten Erstlings-Film gewann der Däne Gustav Möller mit «The guilty». Erfolgreich endete das Festival auch für Ismet Sijarina. Er gewann mit «Cold November» den Publikumspreis.

Insgesamt zeigte das Zurich Film Festival an seiner 14. Ausgabe 160 Filme aus 48 Ländern, darunter 42 Erstlingswerke, 12 Weltpremieren und 16 Schweizer Filme.

Promis auf dem grünen Teppich

Bereits bekannt war, dass der deutsche Regisseur Wim Wenders an der Award Night den diesjährigen «A Tribute to... Award» entgegennehmen würde. Zu Ehren dieses Anlasses wurde eine Retrospektive seiner zwölf wichtigsten Filme - darunter «The salt of the earth» und «Buena Vista Social Club» - gezeigt.

Wenders gehört zu einer Reihe weiterer Film-Berühmtheiten - unter ihnen die britische Schauspielerin Judi Dench (Golden Icon Award) und der kanadische Schauspieler Donald Sutherland (Lifetime Achievement Award), die ihre Auszeichnungen im Verlauf des Festivals persönlich abholten. (sda)

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