Comeback: Roadster CR4 Wiesmann-Gründer kommt mit Boldmen CR4 zurück

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Unter dem neuen Firmennamen Boldmen konstruiert Friedhelm Wiesmann erneut Edel-Roadster auf BMW-Basis.

Unter dem neuen Firmennamen Boldmen konstruiert Friedhelm Wiesmann erneut Edel-Roadster auf BMW-Basis.

Boldmen

ComebackRoadster CR4 Wiesmann-Gründer kommt mit Boldmen CR4 zurück

Während ein paar Investoren versuchen, seinen Namen und sein Erbe auszuschlachten, meldet sich Friedhelm Wiesmann mit einem neuen Projekt zurück – und baut den BMW Z4 zum Boldmen CR4 um.

von
Benjamin Bessinger

Irgendwie musste es ja so kommen. Denn so ganz vom Auto lassen kann einer wie Friedhelm Wiesmann offenbar nicht. Zwar haben erst er und dann sein Bruder 2012 nach fast 25 Jahren und über 1600 Autos den Bau ihrer eigenen Roadster und Coupés aufgegeben und sind aus der Firma mit dem Gecko im Logo ausgestiegen, bevor das Unternehmen 2014 Insolvenz anmelden musste.

Doch weil Wiesmann offenbar der Benzingeruch und die hohen Drehzahlen fehlten, sass er, statt Golf zu spielen oder um die Welt zu reisen, bald wieder über den Designentwürfen und Konstruktionsskizzen des nächsten Projekts. Und weil der Name Wiesmann nun den Nachfolgerbesitzern gehört, musste eine neue Marke geschaffen werden: Boldmen – kühne Männer – steht deshalb jetzt auf dem neuen Roadster, mit dem die Produktion in diesem Sommer für Preise ab etwa 185’000 Euro begonnen hat.

Kühn sind die drei Herren hinter Boldmen allemal, wenn sie ausgerechnet im teuren Deutschland eine Kleinserienproduktion von maximal 120 Fahrzeugen pro Jahr auflegen wollen und dabei obendrein auch noch den Trend zum Elektroauto ignorieren. Denn während allerorten Start-ups mit neuen Stromern um die Reichen und Schönen buhlen, bedient Wiesmann mit seinen beiden Partnern ausschliesslich die Petrolheads. «Solange es geht, halten wir dem Verbrenner die Treue und denken erst später mal über einen Stromer nach», sagt Wiesmann.

Bewährte BMW-Basis

Am ewigen Wettrüsten auf der Überholspur wollte sich Wiesmann nicht beteiligen und setzt stattdessen auf eine gehörige Portion Understatement. Das neue Modell ist handlicher als frühere Wiesmann und tritt auch in einem anderen Preissegment an. Doch im Grunde ist der Boldmen CR4 ein typischer Wiesmann, denn auch dieser Zweisitzer basiert auf BMW-Technik. Nur dass diesmal nicht M3 und M5 als Teilespender herhalten mussten, sondern der Z4.

Weil der Z4 auch die Basis für den Toyota Supra liefert, ist das Auto umbaufreundlicher konstruiert als üblich: Alle Karosserieteile sind von der Struktur losgelöst und lassen sich ganz einfach austauschen. Das kommt dem Boldmen-Trio entgegen. Schliesslich wird der Z4 in wochenlanger Handarbeit in der Weldener Werkstatt komplett gestrippt und neu eingekleidet.

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Der CR4 bietet mehr Leistung, ein neues Set-up für Fahrwerk und Lenkung sowie natürlich ein völlig neues Design.

Der CR4 bietet mehr Leistung, ein neues Set-up für Fahrwerk und Lenkung sowie natürlich ein völlig neues Design.

Boldmen
Wo man bei BMW im Cockpit noch immer reichlich Kunststoff sieht, wird beim Boldmen jedes, aber auch wirklich jedes Bauteil mit Leder überzogen.

Wo man bei BMW im Cockpit noch immer reichlich Kunststoff sieht, wird beim Boldmen jedes, aber auch wirklich jedes Bauteil mit Leder überzogen.

Boldmen
Der Boldmen CR4 kommt auf eine Leistung von 408 PS und spurtet in 3,9 Sekunden auf Tempo 100.

Der Boldmen CR4 kommt auf eine Leistung von 408 PS und spurtet in 3,9 Sekunden auf Tempo 100.

Boldmen

Natürlich ist der CR4 mehr als doppelt so teuer wie ein Z4 M40i, der als Basis dient. Dafür gibt es aber auch deutlich mehr Auto: Mehr Leistung, weil der 3-Liter-Sechszylinder mit einem neuen Chipsatz von 340 auf 408 PS getunt wurde. Mehr Fahrspass, weil der Spurt auf Tempo 100 in 3,9 Sekunden und damit sechs Zehntel schneller gelingt. Und vor allem mehr Liebe zum Detail: Die eigenständige Karosserie mit dem typischen Hüftschwung am Heck ist aus Karbon, und wo man bei BMW im Cockpit noch immer reichlich Kunststoff sieht, wird beim Boldmen jedes, aber auch wirklich jedes Bauteil mit Leder überzogen. Ausserdem gibts ein neues Set-up für Fahrwerk und Lenkung, das den leidenschaftlichen Charakter des offenen Gran Turismo betonen will.

Wie damals in den 1990ern tingelt Wiesmann auch heute wieder durch die Luxusoasen der Reichen und Schönen und bittet auf Sylt oder am Starnberger See zu Testfahrten. Und ganz sicher erfüllt es ihn mit Freude und Genugtuung, dass er es mit dem Boldmen noch einmal allen gezeigt hat. Denn während es den neuen Wiesmann bislang nur als Ankündigung und als Prototypen gibt, ist der Boldmen CR4 längst fertig.

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