Horror-Rechnungen: Roaming-Schocks soll es jetzt nicht mehr geben

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Horror-RechnungenRoaming-Schocks soll es jetzt nicht mehr geben

Warn-SMS und Sperrungen: Telecom-Anbieter schützen ihre Kunden vor Roaming-Schocks. Dennoch ist Vorsicht angebracht.

von
Dominic Benz
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Wer im Ausland sein Handy nutzt, bezahlt Roaming-Gebühren.

Wer im Ausland sein Handy nutzt, bezahlt Roaming-Gebühren.

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Seit Juni 2017 fallen die Roaming-Gebühren innerhalb der EU weg. Nicht so jedoch in der Schweiz.

Seit Juni 2017 fallen die Roaming-Gebühren innerhalb der EU weg. Nicht so jedoch in der Schweiz.

Fürs Surfen und Telefonieren im Ausland haben mittlerweile alle grossen Provider hierzulande Warnsysteme und Sperrungen eingeführt. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Comparis.

Fürs Surfen und Telefonieren im Ausland haben mittlerweile alle grossen Provider hierzulande Warnsysteme und Sperrungen eingeführt. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Comparis.

Keystone

Eine horrende Handy-Rechnung war oft die böse Überraschung nach den Ferien. Doch diese Zeiten sind vorbei: Fürs Surfen und Telefonieren im Ausland haben mittlerweile alle grossen Provider hierzulande Warnsysteme und Sperrungen eingeführt. Das zeigt eine Analyse von Comparis.

«Die Angst vor gigantischen Rechnungen ist unterdessen völlig unbegründet», sagt Jean-Claude Frick, Telecom-Experte des Vergleichsportals, zu 20 Minuten. So versenden die Unternehmen bei der Datennutzung im Ausland Warnungen per SMS.

Benachrichtigungen lassen sich individuell anpassen

Die Swisscom etwa verschickt automatisch sowohl für Abos als auch für Prepaid in 50-Franken-Schritten Hinweise. Auch bei Inklusive-Datenguthaben erhalten die Kunden eine Nachricht, sobald ihr Guthaben aufgebraucht ist oder es noch 100 Megabyte beträgt. Ebenso versendet die Swisscom bei zugekauften Datenpaketen in bestimmten Abständen Warnhinweise. Kunden können die Benachrichtigung jederzeit individuell anpassen. Ähnliche Hinweise erhält man auch bei Salt, Sunrise, «Das Abo» der Post, Quickline, UPC und Wingo (siehe Bildergalerie).

Den weiteren Datenverbrauch verhindern die Provider mit automatischen Sperrungen. Diese treten bei unterschiedlichen Schwellwerten in Kraft. Bei Sunrise etwa greift der Kostenschutz in der Standard-Einstellung bei 100 Franken. Swisscom hat eine Kostengrenze von 100 Franken für Jugendabos und 200 Franken für Erwachsenen-Produkte, während Salt das Daten-Roaming bei 500 Franken Rechnungsbetrag sperrt.

Bei allen Anbietern können die Kunden die Schwelle der automatischen Sperrung im Online-Cockpit individuell anpassen. Ein unkontrolliertes Weitersurfen nach dem Verbrauch des inkludierten oder zugekauften Datenguthabens ist unter den verglichenen Anbietern einzig bei Quickline möglich.

Eine Roamingfalle bleibt

Sicherheitsmechanismen gibt es auch beim Sprechverkehr. UPC sperrt den Anschluss für alle Dienste bei 200 Franken. Salt schickt seinen Kunden bei Anrufen im Roaming ab 500 Franken eine Warn-SMS und sperrt die Funktion, wenn sich der Kunde nicht innert weniger Stunden meldet.

Dennoch bleibt eine Roamingfalle übrig: bei der automatischen Verlängerung von Roaming-Paketen. So verlängert Sunrise die Travel-Talk-Option beispielsweise nach Ablauf eines Monats jeweils für einen weiteren Monat. «Wer ein Roaming-Paket kauft, sollte deshalb unbedingt das Kleingedruckte studieren und eine automatische Verlängerung deaktivieren», sagt Frick.

Finanzielle Schmerzgrenze ist entscheidend

Wem Kostenlimiten von beispielsweise 500 Franken zu hoch sind, sollte handeln. «Ein solcher Betrag kann immer noch einen Roaming-Schock auslösen», sagt Frick. Entscheidend ist die eigene finanzielle Schmerzgrenze. Er empfiehlt daher, vor den Ferien die Datenguthaben sowie die Limiten für Warnhinweise und Sperrungen zu überprüfen. «Eine Limite bei 100 oder 200 Franken ist vernünftig», so Frick. Damit komme man in vielen Ländern sehr weit.

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