«Roaming teurer als Ferien» – Salt wehrt sich gegen Abzocker-Kritik
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Hohe Kosten«Roaming teurer als Ferien» – Salt wehrt sich gegen Abzocker-Kritik

Der Mobilfunkanbieter Salt steht wegen hoher Roamingkosten in der Kritik. Bemängelt wird unter anderem der hohe Standardtarif für Daten im Ausland. Nun verspricht Salt Besserung.

von
Tobias Bolzern
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Wer im Ausland telefoniert oder mobile Daten nutzt, muss unter Umständen mit hohen Kosten rechnen.

Wer im Ausland telefoniert oder mobile Daten nutzt, muss unter Umständen mit hohen Kosten rechnen.

dpa Picture-Alliance/AFP
Salt steht wegen hoher Roamingkosten in der Kritik. 

Salt steht wegen hoher Roamingkosten in der Kritik.

20min/Marco Zangger
So kosten 100 MB Daten im Standardtarif 295 Franken. Der Konsumentenschutz spricht von Abzocke. 

So kosten 100 MB Daten im Standardtarif 295 Franken. Der Konsumentenschutz spricht von Abzocke.

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Darum gehts

  • Salt steht wegen «Abzocke» und «Kostenfallen» in der Kritik.

  • Konkret geht es um teure Roaming-Pakete im Ausland.

  • Der Konsumentenschutz hat Salt einen Brief geschrieben.

  • Der Mobilfunkanbieter wehrt sich gegen die Anschuldigungen.

Schnell durch den eigenen Insta-Feed scrollen, ein Video von der Strandbar über Telegram verschicken oder mit den Freunden und Freundinnen in der Schweiz per Facetime telefonieren: Wer im Ausland Datenroaming nutzt, kann unter Umständen eine teure Rechnung bekommen. Das trifft besonders auf Personen zu, die beim Anbieter Salt ein Abonnement haben. Jetzt hagelt es dafür Kritik. Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen hat dem Mobilfunkanbieter einen offenen Brief geschrieben.

Darin wird bemängelt, dass Salt seine Kundinnen und Kunden «abzocke». Dieser Begriff werde heute zwar zu inflationär verwendet, sei im Falle von Salt aber gerechtfertigt, heisst es in dem Schreiben. Ist man im Ausland und habe kein Roamingpaket gelöst, komme ein teurer Standardtarif zum Tragen: 100 MB kosten 295 Franken. «Das ist etwa so, als würde der Kaffee im Restaurant statt 5 Franken plötzlich 1475 Franken kosten», schreibt die Allianz. Swisscom und Sunrise haben die überhöhten Standardtarife abgeschafft, es ist Zeit, dass Salt hier nachzieht, heisst es im Brief.

«Roaming teurer als Ferien»

Kritisiert wird auch noch eine weitere «Kostenfalle», in die Salt-Kundinnen und -Kunden tappen können. Denn sogenannte Roaming-Optionen, die 30 Tage gültig sind, würden sich einfach ungefragt verlängern, bis man sie abstellt. «So wird Kundinnen und Kunden Geld abgeknöpft», heisst es. Mit den Roamingtarifen halte sich Salt nicht an geltende Vorschriften. «Seit 1. Juli 2021 müssen Optionen/Datenpakete grundsätzlich ein Jahr lang gültig sein. Das sei ein Verstoss gegen die Fernmeldeverordnung», wird kritisiert. Zudem könne man Optionen nicht über WLAN kaufen, nur übers Mobilfunknetz. Die Kostenlimite sei zudem auf 1000 Franken pro Rechnungsperiode eingestellt. Ist man während zwei Rechnungsperioden in den Ferien, so werde das Roaming erst bei 2000 Fr. blockiert: «Man zahlt also unter Umständen fürs Roaming mehr als für die ganzen Ferien.»

Salt kündigt Änderungen an

In einer Stellungnahme wehrt sich Salt gegen die Vorwürfe und die Begriffe «Abzocke» und «Kostenfalle». Es stimme nicht, dass bei Kundinnen und Kunden, die kein Datenpaket nutzen – oder wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist – automatisch der Standardtarif angewendet werde. Habe man ein Abo mit Roaming-Daten, so werde das Roaming nach dem Aufbrauchen der Daten automatisch gestoppt. Dies sei bei der Mehrheit der Abos der Fall, schreibt CH Media. Zudem würden Datenpakete nur dann verlängert, wenn diese Option auch explizit ausgewählt wurde.

Hingegen kündigt Salt Verbesserungen bei den weiteren Kritikpunkten an. So können Salt-Kundinnen und -Kunden künftig Datenpakete über WLAN kaufen und die Laufzeit aller Pakete soll auf zwölf Monate verlängert werden. Die Änderungen sollen bis spätestens Ende Jahr umgesetzt sein. Zudem soll auch die Kostenlimite nach unten korrigiert werden, heisst es in der Mitteilung von Salt.

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