Geschützte Tiere: Robben in Neuseeland totgeschlagen
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Geschützte TiereRobben in Neuseeland totgeschlagen

Grausiger Fund an einem Strand in Neuseeland: Unbekannte haben 23 Robben erschlagen, darunter acht Babys.

Ein schrecklicher Anblick: Tote Robben am Strand von Kaikoura.

Ein schrecklicher Anblick: Tote Robben am Strand von Kaikoura.

Spaziergänger entdeckten die toten Tiere in der Nähe von Kaikoura an der Ostküste der Südinsel. Die Umweltschutzbehörde DOC rief die Bürger am Montag zur Mithilfe bei der Suche nach den Tätern auf. Die Beamten glauben, dass Fischer die Robben erschlagen haben könnten.

Der Zustand der Kadaver und die Wunden der Tiere deuteten darauf hin, dass die Angreifer immer wieder an den Tatort zurückgekehrt waren, hiess es aus Behördenkreisen. «Über mehrere Tage 23 Seebären totzuschlagen, ist wohldurchdacht und man fragt sich, wer solch eine grausame und abscheuliche Tat begeht», sagte Naturschutzministerin Kate Wilkinson.

Die Kolonie nördlich der Stadt Kaikoura ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und wurde vor 20 Jahren unter Naturschutz gestellt. Unter den getöteten Seebären waren auch 13 Weibchen, deren Jungen nun wegen Nahrungsmangels ebenfalls sterben könnten.

Robben sind geschützt

«Leider werden die Robben oft in dem irrigen Glauben angefeindet, dass sie den Fischern den Fang wegfressen», sagte Behördensprecher Dave Hayes. «Die Forschung in Kaikoura hat aber gezeigt, dass sie vor allem Laternenfische fressen, die nicht von Fischern gefangen werden.»

Robben sind in Neuseeland geschützt und locken in der Nähe von Kaikoura jedes Jahr tausende Touristen an. Wer Robben tötet, kann mit sechs Monaten Haft betraft werden.

Erst vor einem Monat hatte ein Gericht in Invercargill einen 20-Jährigen zu vier Monaten Haft verurteilt, weil er mit Freunden am Strand eine Robbe mit Steinen attackiert hatte. Die Bande filmte sich dabei selbst und stellte das Video später ins Internet. (sda/dapd)

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