Aktualisiert 13.09.2017 16:58

Unruhe in MünchenRobben schimpft, Ribéry tobt

Bayern München kommt zum Auftakt der Champions League gegen Anderlecht zu einem glanzlosen 3:0. Freude mag darob keine aufkommen – im Gegenteil.

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Ein 3:0 gegen Anderlecht zum Champions-League-Auftakt für die Bayern - das reicht nicht, um die Gemüter beim deutschen Rekordmeister zu beruhigen.

Ein 3:0 gegen Anderlecht zum Champions-League-Auftakt für die Bayern - das reicht nicht, um die Gemüter beim deutschen Rekordmeister zu beruhigen.

Alexander Hassenstein
Arjen Robben (M.) sagt, er habe auf dem Platz keinen Spass gehabt.

Arjen Robben (M.) sagt, er habe auf dem Platz keinen Spass gehabt.

AP/Matthias Schrader
So einen Gegner, bei allem Respekt, müsse man «aus der Arena schiessen», wenn der so lange zu zehnt spielen muss.

So einen Gegner, bei allem Respekt, müsse man «aus der Arena schiessen», wenn der so lange zu zehnt spielen muss.

AP/Matthias Schrader

«Wir spielen vor eigenem Publikum, da musst du richtig Bock haben und dem Publikum was zeigen. Wir müssen uns hinterfragen und kritisch sein. Ich will Spass haben auf dem Platz, das hatte ich nicht», schimpfte Bayern Niederländer Arjen Robben.

Der Plan des Münchner Ensembles, die Niederlage vom Wochenende in der Bundesliga gegen Hoffenheim (0:2) vergessen zu machen, ging gegen René Weilers Anderlecht nicht auf. So konnten die Bayern trotz über 80-minütiger Überzahl – Sven Kums wurde in der 11. Minute nach einer Notbremse vom Platz gestellt – nicht zum erhofften Schaulaufen ansetzen. «Bei allem Respekt. Nach der Roten Karte musst du die aus der Arena schiessen. Gegen stärkere Gegner bekommen wir so Probleme.» Robben dachte dabei schon an das nächste Gruppenspiel vom 27. September bei Paris St. Germain. Dann heissen die Gegner Neymar, Mbappé oder Cavani und nicht Hanni, Trebel oder Stanciu.

Ancelotti versteht Ribéry nicht

Robert Lewandowski, der in den vergangenen Tagen mit einem Interview für reichlich Unruhe gesorgt hatte, brachte die Münchner in der 12. Minute per Foulelfmeter in Führung. Thiago (65.) und Joshua Kimmich (90.) schossen vor 70'000 Zuschauern zwar noch einen standesgemässen Pflichtsieg heraus, die Leistung des Rekordmeisters war über weite Strecken aber alles andere als Champions-League-würdig.

«Ich verstehe ihn nicht»

Trainer Carlo Ancelotti äusserte sein Unverständnis über Franck Ribérys Reaktion nach dessen Auswechslung. Video: SID

München-Trainer Ancelotti über Ribéry: «Ich verstehe ihn nicht». Video: SID

Für zusätzliche Misstöne sorgte Franck Ribéry. Der Franzose schleuderte nach seiner Auswechslung (77.) sein Trikot wutentbrannt in Richtung Ersatzbank (siehe Video ganz unten). Sportdirektor Hasan Salihamidzic deutete sogar Konsequenzen an. «So etwas darf nicht passieren. Wir sind der FC Bayern. Das ist nicht okay, darüber werden wir sprechen», sagte er.

Die Mitspieler nahmen Ribéry zwar weitgehend in Schutz, Trainer Carlo Ancelotti äusserte aber ebenso Unverständnis: «Ich verstehe, dass Spieler 90 Minuten durchspielen wollen. Aber manchmal verstehen sie nicht, wie jetzt Franck Ribéry, dass ich nicht wegen der Leistung auswechsle. Er hatte vor dem Spiel kleinere Probleme. Ich verstehe seine Reaktion nicht.»

Robben und Boateng unzufrieden

Trotz des 3:0-Erfolgs gegen den RSC Anderlecht üben Arjen Robben und Jérôme Boateng Kritik an der Vorstellung der Münchner. Video: SID

Selbstkritisch trotz Sieg: Robben und Boateng nach dem Spiel gegen den RSC Anderlecht. Video: SID

Der Franzose erklärte sich einen Tag später via Facebook. Unter anderem schrieb er: «Der Wurf meines nassen Trikots von letzter Nacht hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, oder irgendetwas anderem, dass mir vorgeworfen wird von Leuten, die glauben oder vortäuschen mich zu kennen.»

(Video: Streamable.com) (sda)

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