Aktualisiert 19.08.2009 06:45

KanadaRobbenrippchen zum Mittagessen

Zum Zeichen seiner Solidarität mit Robbenjägern hat der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper ein besonderes Mittagessen verzehrt - aus Seehundfleisch.

Bei dem Essen mit seinem Kabinett am Dienstag im Arktisterritorium Nunavut wurden Robbenrippchen und Leber serviert, wie es die Ureinwohner im Norden Kanadas traditionell zubereiten. Harper erklärte, die Standards bei der Robbenjagd seien höher als in vielen anderen Bereichen von Viehzucht und Schlachtgewerbe. Aus Harpers Stab verlautete, es sei das erste Mal gewesen, dass der Regierungschef Robbenfleisch probiert habe.

Erst im Mai hatte Generalgouverneurin Michaelle Jean, die Vertreterin von Königin Elizabeth II. in Kanada, in einer schlagzeilenträchtigen Aktion das rohe Herz eines geschlachteten Seehunds verzehrt und für gut befunden. Zugleich verteidigte sie die von Tierschützern heftig kritisierte Robbenjagd als uralte Tradition, die nicht grausam sei.

In der EU verboten

In der EU gilt ab 2010 ein weitreichendes Handelsverbot für Robbenfelle und andere Produkte, die aus den Tieren gewonnen werden. Zugelassen wird der Handel allerdings noch in geringem Umfang für Robbenprodukte, die von den Inuit im arktischen Norden Kanadas sowie in Grönland und Schweden erlegt wurden. (dapd)

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