Aktualisiert 03.08.2006 17:45

Robbie-Management wehrt sich gegen Zensurvorwürfe

Das Management von Popstar Robbie Williams hat den Vorwurf der Zensur im Zusammenhang mit seinen umstrittenen Bedingungen zur Foto-Berichterstattung bei Konzerten zurückgewiesen.

«Die Beschränkung der Nutzungsdauer der Konzertfotos ist im Musik- wie im Entertainmentgeschäft gängige Praxis», heisst es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Den deutschen Medien seien derartige Verträge seit jeher bekannt gewesen, und sie seien in der Vergangenheit regelmässig akzeptiert worden. «Umso unverständlicher» seien die aktuellen Reaktionen und Vorwürfe durch Medien und Medienverbände.

Die Nachrichtenagenturen und einige Lokalzeitungen hatten auf eine Berichterstattung zum Auftakt von Williams' Deutschlandtournee am vergangenen Montag verzichtet. Grund dafür war, dass die Fotografen der Nachrichtenagenturen wegen Protesten gegen die Bedingungen der Veranstalter von einer Berichterstattung ausgeschlossen worden waren. Im vergangenen Jahr hatten Agenturen bereits auf eine Wort- und Bildberichterstattung über ein Williams-Konzert in Berlin verzichtet. Die Journalistenverbände begrüssten den Boykott, der Sender SWR setzte am Freitag die Zusammenarbeit mit Williams im Zusammenhang mit dessen Konzerten aus Protest gegen das Vorgehen des Managements aus.

«Die vom Management ausgegebenen Fotografenverträge regeln in weltweit branchenüblicher Art und Weise die Bedingungen, zu denen Fotografen bei Konzerten zugelassen werden», heisst es in der Erklärung von Williams' Management. Dies sei das Recht jedes Künstlers bei seinen Veranstaltungen, weil er vorrangig an dem künstlerischen Erfolg und der Zufriedenheit des Publikums vor Ort interessiert sei, was auch Williams für sich in Anspruch nehme. Vor diesem Hintergrund habe dessen Management in den Verträgen vorgesehen, dass die Fotos während der ersten drei Songs erfolgen sollten, um die Sicht für die Fans nicht zu behindern.

Derartige Klauseln fänden sich ebenso bei Verträgen, die deutsche Stars bei ihren Tourneen mit Fotografen abschlössen, hiess es. Auch dort werde regelmässig die Nutzung der konkreten Fotografien für einen bestimmten Zweck beziehungsweise einen bestimmten Zeitpunkt definiert, damit das Fotomaterial gerade eine bestimmte Exklusivität erhalte. «Den deutschen Medien sind derartige Verträge seit jeher bekannt und wurden in der Vergangenheit regelmässig akzeptiert. Dies gilt insbesondere konkret für den hier in Rede stehenden Vertrag, der identisch bereits für die Robbie Williams Tour in Deutschland im Jahr 2003 verwandt wurde.» Eine Zusammenarbeit mit den deutschen Medien und Fotografen sei «selbstverständlich erwünscht».

Die Nachrichtenagenturen hatten bereits in anderen Fällen wegen der Bedingungen der Veranstalter auf eine Berichterstattung über Künstler verzichtet. (dapd)

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