Nestlé im Visier: Robert Mugabe droht der Schweiz
Aktualisiert

Nestlé im VisierRobert Mugabe droht der Schweiz

Der Präsident von Simbabwe ist sauer, weil seiner Entourage die Einreise in die Schweiz verweigert wurde. Im Gegenzug will der 87-jährige Diktator nun Schweizer Unternehmen enteignen.

von
kri

Robert Mugabe wollte Ende Oktober mit seiner Ehefrau, seinem Bodyguard und vier Ministern an einer Konferenz der Internationale Fernmeldeunion (ITU) in Genf teilnehmen. Doch die Schweizer Behörden verweigerten die Einreise aufgrund von Sanktionen, welche die EU 2002 wegen der schlechten Menschenrechtslage in Simbabwe erlassen hatte und die von der Schweiz mitgetragen werden. Mugabe selbst hätte aufgrund seiner diplomatischen Immunität als Staatschef einreisen können.

Er sei über den Entscheid der Schweiz «überrascht und traurig» gewesen, sagte Mugabe am Montag vor Journalisten in Harare. Er habe die Schweiz für ein neutrales Land gehalten, aber jetzt habe sie ihr «boshaftes» Gesicht gezeigt. Dann drohte er Schweizer Unternehmen mit Vergeltungsmassnahmen: «Wenn die Schweiz keine Besucher aus Simbabwe will, warum sollte sie dann in Simbabwe Geld verdienen?», fragte er rhetorisch.

Obwohl er keine konkreten Namen nannte, galt die Warnung vermutlich dem Lebensmittelhersteller Nestlé, der in einer Fabrik in Harare Milchpulver und Getreideflocken herstellt. Auf diese hat Mugabe schon seit längerem ein Auge geworfen: Anlässlich seines 87. Geburtstags Anfang Jahr drohte Mugabe Nestlé mit Enteignung. Grund war deren Weigerung, Milch von seiner persönlichen Farm zu kaufen, die ihrerseits im Zug der staatlichen Kampagne gegen weisse Farmer enteignet worden war.

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