23.06.2015 18:14

Unterengadin Robinson Club macht wegen Frankenstärke dicht

120 Arbeitsplätze gehen in Vulpera bei Scuol verloren. Wegen des starken Frankens streicht das Hotel Robinson Club die Segel und wird nach der Sommersaison schliessen.

Das Hotel Robinson Club Schweizerhof in Vulpera schliesst seine Türen.

Das Hotel Robinson Club Schweizerhof in Vulpera schliesst seine Türen.

Das Unterengadin muss einen herben Rückschlag verkraften: Das Hotel Robinson Club Schweizerhof in Vulpera, mit 130 Zimmern eines der grössten Hotels der Region, schliesst die Türen. Die Region verliert 55'000 Logiernächte und 120 Arbeitsplätze.

Die Entwicklung des Schweizer Frankens sei auch am Robinson Club nicht spurlos vorübergegangen, teilte das Mutterunternehmen Clubhotel Schweiz am Dienstag mit. Darum werde das Hotel nach der Sommersaison nicht mehr weiterbetrieben. Clubhotel Schweiz sei gezwungen, im Sinne des gesamten Unternehmens wirtschaftlich zu agieren. Darum bestünden keine Alternativen zur Schliessung.

Fast alle Gäste stammen aus dem Euroraum

«Wir haben hier in den letzten 31 Jahren sehr erfolgreich gewirtschaftet», sagte Hoteldirektor Andreas Küng auf Anfrage. Nun habe aber die wirtschaftliche Situation in der Schweiz mit dem starken Franken den Ausschlag für den Schliessungsentscheid gegeben. 98 Prozent der Gäste stammten aus dem Euroraum und die Buchungen seien zurückgegangen.

Einfluss auf den Entscheid hat laut Küng auch der ausländische Besitzer des Hotels, in dessen Auftrag Robinson das Hotel führt. Dieser Investor habe das Haus vor zwei Jahren erworben und habe nun gemerkt, dass die Situation nicht so sei wie erwartet. Ob bereits neue Pläne für das schlossähnliche Haus bestehen, konnte Küng nicht sagen.

Folgen für Bergbahnen und Gemeinde

«Das ist eine negative Botschaft, die uns sehr trifft», sagte der Unterengadiner Tourismusdirektor Urs Wohler auf Anfrage. Das Robinson Club Schweizerhof sei ein sehr wichtiges Hotel für die Destination. Die Schliessung werde sich direkt auswirken auf die ganze Region und auf die Bergbahnen, die Skischule, die Lieferanten und die Gemeinde.

Zweifel an Begründung

Zur Begründung des Unternehmens, das Hotel werde wegen des starken Frankens geschlossen, sagte Wohler: «Das ist eine Flucht, die ich nicht gerne sehe.» Zudem glaubt er dieser Aussage nicht ganz. «Ich würde gerne wissen, was wirklich hinter diesem Entscheid steckt», erklärte Wohler. (sda)

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