Robo-Insekten stürmen Schlachtfeld
Aktualisiert

Robo-Insekten stürmen Schlachtfeld

Die US-Army setzt auf die Hilfe von stählernen Mini-Krabbeltieren, die unbemerkt feindliche Gebäude, Erdhöhlen und Bunker auskundschaften.

Auf dem Schlachtfeld der Zukunft soll Roboterinsekten eine zentrale Rolle zukommen. Die U.S.-Army investierte 38 Millionen US-Dollar in ein entsprechendes Forschungsobjekt. In Form von Spinnen und anderem Kleingetier werden sie für Truppen feindliches oder unsicheres Terrain erkunden, sodass die Soldaten weniger direkten Gefahren ausgesetzt werden. Zwar startet das fünfjährige Projekt erst, doch könnten Prototypen noch in diesem Jahr an die Front gehen, berichtet die Daily Mail. Geleitet wird das Forschungsprojekt vom internationalen Rüstungskonzern BAE Systems mit Hauptsitz in London.

So einzelgängerisch wie Spinnen sollen die Mini-Roboter nicht sein, hier dienen offenbar eher Insekten als Vorbild. Das Ziel sei, einen kleinen Schwarm der mikroautonomen Roboter bei Missionen zusammenarbeiten zu lassen, so Programm-Manager Steve Scalera zur Daily Mail. Dabei könnten unterschiedliche Roboter für bestimmte Aufgaben zum Einsatz kommen, davon einige wirklich winzig, andere dagegen bis zu etwa 30 Zentimeter gross. Es bestehe die Hoffnung, auch fliegende und sich schlängelnde Krabbler zu entwickeln. Ihre wesentliche Aufgabe wird unabhängig von der Fortbewegungsmethode die Gleiche sein. Als eine externe Sinneserweiterung für Soldaten sollen sie speziell zur Aufklärung dienen.

«Robotische Plattformen erweitern die Sinne und Reichweite eines Kämpfers. Sie stellen operative Möglichkeiten bereit, deren Erreichen ansonsten teuer, unmöglich, oder tödlich wäre», erklärt Joseph Mait, MAST Cooperative Agreement Manager des Army Research Laboratory. Insbesondere sollen die robotischen Aufklärer ihre Nutzer vor Gefahren schützen. Soldaten müssten etwa schwer zugängliche Höhlen oder Berge nicht selbst erkunden, sondern könnten dies ihren kleinen Helfern überlassen. Auch für den Einsatz im urbanen Bereich wären die Roboter von grossem Wert. Gerade im Häuserkampf könnten sie beispielsweise helfen, Fallen oder Hinterhalten auszuweichen oder feindliche Verstecke aufzuspüren.

Zwar ist das zunächst auf fünf Jahre anberaumte Projekt erst gestartet, doch zumindest die ersten krabbelnden Roboter sind offenbar schon weit gediehen. «Wir könnten sie innerhalb von sechs Monaten zu den Soldaten bringen und dann im weiteren Verlauf des Projekts weiterentwickeln», so Scalera.

(mbu/pte)

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