Aktualisiert 29.04.2008 13:13

Roboter auf dem Weg zum «Terminator»

Wer erinnert sich nicht an den Terminator T-1000 aus flüssigem Metall aus dem gleichnamigen Film? US-Forscher sind dabei, die Grundlagen für eine solche Maschine zu legen: Schwärme mikroskopisch kleiner Roboter sollen dereinst jede erdenkliche Form annehmen können.

Kleine Roboter, die sich mittels elektromagnetischer Kräfte zu Schwärmen zusammenfinden und verschiedene Formen bilden, werden zur Zeit von amerikanischen Wissenschaftlern entwickelt, wie das britische Fachblatt «New Scientist» berichtet.

Immerhin gibt es bereits erfolgreiche Experimente mit Kleinrobotern, die sich sogar nach einem Tritt, der ihre Verbindung gewaltsam trennt, von selber wieder zusammenfinden (siehe Video oben).

Das — gegenwärtig noch sehr ferne — Ziel der Experimente ist es, mikroskopisch kleine Robotereinheiten zu schaffen, die sich als Schwarm in nahezu jede erdenkliche Form bringen lassen.

Seth Goldstein, Leiter des Forschungsprojekts an der Carnegie-Mellon-Universität von Pittsburgh (US-Staat Pennsylvania), gibt gern zu, dass dies im Augenblick noch pure Zukunftsmusik ist. Doch sein Team macht gleichwohl Fortschritte bei der Entwicklung von Kontrollstrategien für so genannte «Claytronics», kleine Roboter, die sich selber bewegen, miteinander kommunizieren und sogar Energie austauschen können.

Ein Satz Prototypen des Projekts bestand aus zylindrischen, mit Rädern ausgestatteten Robotern, die mit einem Ring von Elektromagneten versehen waren. Diese ermöglichten ihnen, sich aneinander zu klammern. Das Verhalten der Roboter wurde durch Ein- und Ausschalten der Elektromagnete gesteuert.

Die Räder der Roboter waren nicht angetrieben; die Manöver der Zylinder wurden einzig durch ihre Magnete verursacht. «Es handelte sich um die ersten mobilen Roboter ohne bewegliche Teile», sagte Goldstein dem «New Scientist». Die Roboter tauschten auch Energie über die Magnete aus und kommunizierten über sie.

Video: Claytronics I

Quelle: NewScientist/YouTube

Da magnetische Kräfte in kleinen Massstäben deutlich weniger wirksam sind, hat das Team nun mit elektrostatischen Kräften zu experimentieren begonnen. Solche Claytronics interagieren mit Hilfe von mehreren Elektroden, die je nach Bedarf unterschiedlich geladen werden können. Goldstein möchte die Roboter weiter miniaturisieren und zugleich bis zu 100 davon interagieren lassen.

Bis Millionen von mikroskopisch kleinen Claytronics ein Objekt wie den Terminator T-1000 zu bilden vermögen, dürfte es allerdings noch ein Weilchen dauern ...

dhr

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