Aussenskelett: Roboter nimmt Arbeitern die Last ab

Aktualisiert

AussenskelettRoboter nimmt Arbeitern die Last ab

Weltweit leiden Arbeiter an arbeitsbedingten Muskel-Skelett-
Erkrankungen. Das soll künftig eine Robotervorrichtung verhindern, indem sie den Angestellten wortwörtlich unter die Arme greift.

Der «Robo-Mate» soll aus einem voll beweglichen und flexiblen Oberkörper mit Schutzhalterungen für Nacken- und Rückenmuskulatur bestehen.

Der «Robo-Mate» soll aus einem voll beweglichen und flexiblen Oberkörper mit Schutzhalterungen für Nacken- und Rückenmuskulatur bestehen.

Halb Mensch, halb Maschine: Ein tragbares Roboter-Aussenskelett soll in Zukunft Industriearbeitern beim Heben schwerer Lasten helfen. Ein internationaler Forscherbund unter Schweizer Leitung hat ein entsprechendes Projekt begonnen. Damit sollen Arbeitsunfälle und Erkrankungen reduziert werden.

Das «Robo-Mate» getaufte Robotersystem soll aus einem voll beweglichen und flexiblen Oberkörper mit Schutzhalterungen für Nacken- und Rückenmuskulatur bestehen, wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Mittwoch mitteilte. Der Unterkörper habe vor allem eine stützende Funktion.

Schweizer Roboter noch mitten in Entwicklung

Über einen Helm mit Bildschirm und Headset soll der Bediener in Echtzeit alle wesentlichen Arbeits- und Sicherheits-Informationen erhalten. Verschiedene Sensoren sollen die Bewegung des Nutzers erkennen und interpretieren. Anders als bestehende Robotersysteme könne dieses dank der intuitiven Steuerung durch den Menschen in diversen Industriezweigen flexibel eingesetzt werden, schrieb die ZHAW.

Kein besonderes Training

«Wer mit Robo-Mate arbeitet, benötigt kein besonderes Training für Robotersysteme oder Programmiersprachen, sondern nutzt seine natürlichen Sinne und Bewegungen, um das Gerät zu steuern», erklärte Projektkoordinator Hans Wernher van de Venn von der ZHAW in der Mitteilung.

Am Projekt sind zwölf Partner aus sieben europäischen Ländern beteiligt. Es soll drei Jahre dauern und wird von der EU mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert. Erste Tests der noch zu entwickelnden Prototypen sollen in französischen und rumänischen Automobilfabriken stattfinden.

Studien zufolge leiden in der EU rund 44 Millionen Industriearbeitende an Erkrankungen des Bewegungsapparates. Dies führe zu Kosten von mehr als 240 Milliarden Euro und vermindere die Produktivität der Unternehmen, schrieb die ZHAW. (sda)

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