Aktualisiert 21.08.2012 18:05

Autonome MaschineRoboter spaziert ganz alleine durch die Stadt

Unbeirrt von Autos und Passanten hat ein von der ETH Zürich mitentwickelter Roboter Freiburg im Breisgau durchquert. Ohne Input von aussen fand der kleine Obelix seinen vier Kilometer langen Weg.

Forscher mehrerer Universitäten haben erstmals einen Roboter entwickelt, der sich eigenständig durch Innenstädte bewegen kann. Er heisst «Obelix» und hat am Dienstag im deutschen Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) seinen ersten öffentlichen Praxistest bestanden.

Dabei bewältigte der mannshohe und 100 Kilogramm schwere Roboter eine vier Kilometer lange Strecke in rund 90 Minuten. «Obelix» ist in der Lage, sich vom Startpunkt bis zum vorgegebenen Ziel selbst einen Weg zu suchen. Dabei kann er Hindernisse erkennen und sie umsteuern.

An dem dreijährigen Projekt waren mehrere Hochschulen aus Deutschland, der Schweiz, Grossbritannien und Belgien beteiligt. Dabei wurden nach Angaben der Universität Freiburg mehr als sechs Millionen Euro (7,2 Millionen Franken) investiert. Den Praxistest habe «Obelix» bestanden, sagte Projektleiter Wolfram Burgard.

Bei seinen Spaziergängen merke sich der durch Sensoren gesteuerte Roboter die Wege. Mit den dabei gesammelten Informationen stelle er sich bei späteren Touren die passende Route zusammen.

Roboter wie «Obelix» könnten in ferner Zukunft Botengänge oder Einkäufe erledigen, sagte Burgard. Zudem könnten sie als Stadtführer eingesetzt werden.

Eine rasche Markteinführung scheitere jedoch an den hohen Produktionskosten. Für den Bau eines Roboters wie «Obelix» müssten derzeit rund 125 000 Euro investiert werden.

Massgebliche Arbeiten aus Zürich

Die Wissenschafter der ETH Zürich waren massgeblich an den Arbeiten beteilit. So waren sie zuständig für die Erkennung der Verkehrszeichen und Ampeln. Sie programmierten die Steuerung, die der Roboter braucht, um die Informationen von Kamera und Laser-Gerät in eigene Bewegungen umzusetzen.

Auch das System, mit dem der Roboter den optimalen Weg findet, ist eine ETH-Entwicklung. Und schliesslich kommt auch die äussere Hülle aus Zürich, wie die ETH weiter mitteilte.

Obelix auf seiner Tour durch Freiburg i.B. (Video: YouTube/aisrobots) (sda)

Projekt EUROPA

Obelix wurde im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts European Robotic Pedestrian Assistent (EUROPA) entwickelt. Am Projekt sind Informatikerinnen und Informatiker der Universität Freiburg (Deutschland), der ETH Zürich, der RWTH Aachen (Deutschland), der Universitäten Oxford (Grossbritannien) und Leuven (Belgien) sowie die Schweizer Firma Bluebotics beteiligt. Es wurde von der Europäischen Kommission innerhalb des 7. Rahmenprogramms mit 2,9 Millionen Euro (3,5 Millionen Franken) gefördert.

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