Katastrophe in Japan: Roboter stellen hohe Verstrahlung fest
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Katastrophe in JapanRoboter stellen hohe Verstrahlung fest

Das japanische Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi kommt nicht zur Ruhe: Roboter haben in zwei Reaktorblöcken hohe Radioaktivität gemessen.

In der Atomruine Fukushima versuchen die Arbeiter weiter mit Hochdruck, die Massen an verseuchtem Wasser loszuwerden. Sie hoffen, schon bald Wasser aus einem Schacht des Reaktors Nummer 2 in eine Müllbeseitigungsanlage abpumpen zu können.

Sorge bereite hochgradig verseuchtes Wasser, das sich in einem Tunnelschacht angesammelt hat, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Montag. Es sei innerhalb eines Tages um drei Zentimeter gestiegen.

Roboter haben in zwei Reaktorblöcken hohe Radioaktivität gemessen. Das teilte ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde, Hidehiko Nishiyama, am Montag mit. Die Messergebnisse in den Reaktoren eins und drei machten aber den Einsatz menschlicher Arbeitskräfte nicht unmöglich. Die Arbeiter dürften allerdings nur in kurzen Zeitintervallen eingesetzt werden. Die Strahlung werde nicht den Zeitplan gefährden, innerhalb von neun Monaten das havarierte Kraftwerk unter Kontrolle zu bringen.

Der AKW-Betreiber hatte am Vortag erklärt, dass die Reaktoren frühestens in etwa sechs Monaten stabilisiert werden könnten. Rund drei Monate werde es allein dauern, die Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken zu stabilisieren.

Die beschädigten Reaktorgebäude sollen dann in sechs bis neun Monaten abgedeckt werden. Die Regierung wies Tepco an, den Fahrplan schnell und zuverlässig umzusetzen.

Schlechte Noten für Regierung

Mehr als zwei Drittel der japanischen Bürger sind Umfragen zufolge mit dem Krisenmanagement ihrer Regierung nach der Erdbeben- und Atomkatastrophe unzufrieden. Die Umfragen wurden am Montag von den grossen Zeitungen «Manichi», «Nihon Keizai» und «Asahi» veröffentlicht.

Eine Mehrheit zeigte sich darin bereit, für den Wiederaufbau der am 11. März von Erdbeben und Tsunami verwüsteten Regionen höhere Steuern zu zahlen.

Ministerpräsident Naoto Kan entschuldigte sich am Montag im Parlament «zutiefst für das, was geschehen ist». Die Regierung versuche alles in ihrer Macht Stehende, um die beispiellose Katastrophe in den Griff zu bekommen.

Die Betreibergesellschaft des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, entschuldigte sich ebenfalls: «Ich entschuldige mich erneut zutiefst dafür, so viel Leid für die Anwohner des Atomkraftwerks, Menschen in Fukushima und der Öffentlichkeit verursacht zu haben», sagte Tepco-Präsident Masataka Shimizu. (sda/dapd)

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