Keine Schutzmassnahmen mehr - Roche-Chef denkt über Impfnachweis am Arbeitsplatz nach
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Keine Schutzmassnahmen mehrRoche-Chef denkt über Impfnachweis am Arbeitsplatz nach

Roche-Chef Severin Schwan will wissen, welche Mitarbeitenden geimpft sind und welche nicht. Der Impfnachweis kommt bei einigen Unternehmen bereits zum Einsatz.

von
Barbara Scherer
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«Ich würde es begrüssen, wenn wir wüssten, wer geimpft ist», sagt Roche-Chef Severin Schwan.

«Ich würde es begrüssen, wenn wir wüssten, wer geimpft ist», sagt Roche-Chef Severin Schwan.

Tamedia/Urs Jaudas
Denn dadurch könne den Geimpften erlaubt werden, ohne Auflagen wie der Maskenpflicht ins Büro zurückzukehren.

Denn dadurch könne den Geimpften erlaubt werden, ohne Auflagen wie der Maskenpflicht ins Büro zurückzukehren.

20min/Michael Scherrer
Laut Schwan stellt die Maskenpflicht eine Hürde für viele Mitarbeitende dar, an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Laut Schwan stellt die Maskenpflicht eine Hürde für viele Mitarbeitende dar, an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Roche

Darum gehts

  • Roche-Chef Severin Schwan würde es begrüssen, wenn klar ist, welche Mitarbeitenden geimpft sind.

  • Diese müssten sich dann nicht mehr an die Corona-Massnahmen halten.

  • Es gibt bereits Firmen, die das Covid-Zertifikat am Arbeitsplatz verlangen.

Der Bund hofft mit dem Covid-Zertifikat auf eine Rückkehr zur Normalität. Jetzt wollen auch erste Unternehmen das Zertifikat am Arbeitsplatz einsetzen. So etwa Roche-Chef Severin Schwan: «Ich würde es begrüssen, wenn wir wüssten, wer geimpft ist», sagte er an der Medienkonferenz zu den Halbjahresergebnissen.

Denn dadurch könne den Geimpften erlaubt werden, ohne Auflagen wie der Maskenpflicht ins Büro zurückzukehren. Laut Schwan stellt die Maskenpflicht eine Hürde für viele Mitarbeitende dar, ins Büro zurückzukehren.

Das Covid-Zertifikat würde erlauben, die Arbeit besser zu organisieren, sagt Schwan zum «Tagesanzeiger». Ohne Nachfrage nach der Impfung durch den Arbeitgeber hätten die Unternehmen keine Wahl, als allen Mitarbeitenden Auflagen wie die Maskenpflicht zu machen. Ein Impfzwang entstehe dadurch nicht, so der Roche-Chef.

Geimpfte müssen sich nicht an Massnahmen halten

Was bei Roche noch eine Idee ist, ist bei anderen Firmen bereits Realität: Der Hersteller von Beatmungsgeräten und Laborrobotern Hamilton setzt das Zertifikat laut «Tagesanzeiger» bereits ein. Geimpfte müssen sich dort nicht mehr an die Corona-Schutzmassnahmen halten.

Kontrolliert werden die Zertifikate von den Vorgesetzten. Die Mitarbeitenden seien anfangs nicht begeistert gewesen, wie es weiter heisst. Konflikte gab es aber keine. Nach anfänglichen Diskussionen sei nun wieder Ruhe eingekehrt.

Rechtliche Grundlage fehlt

Für das Einfordern eines Covid-Zertifikats haben Firmen aber bislang keine rechtliche Grundlage. Denn der Arbeitsplatz gehört wie der öffentliche Verkehr oder Schulen zu jenen Bereichen, für die kein Zertifikat nötig ist.

Der Präsident der Eidgenössischen Impfkommission, Christoph Berger hat aber kürzlich vorgeschlagen, die Nutzung des Covid-Zertifikats in der Schweiz auszudehnen – etwa auf Büros. Der Direktor des Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler, wehrt sich dagegen: Der Einsatz des Covid-Zertifikats am Arbeitsplatz sei keine Option.

Keine generelle Maskenpflicht im Arbeitsbereich

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont, dass sich Personen auch nach der Impfung unbedingt an die Hygiene- und Verhaltensregeln halten sollen. Diese seien weiterhin wichtige Massnahmen, um sich und andere vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen, schreibt das BAG auf seiner Homepage. Jedoch gilt im Arbeitsbereich keine generelle Maskenpflicht mehr. Der Arbeitgeber dürfe selbst entscheiden, wann und wo das Tragen einer Maske am Arbeitsplatz nötig sei.

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