Roche dementiert erhöhte Resistenz gegenüber Tamiflu
Aktualisiert

Roche dementiert erhöhte Resistenz gegenüber Tamiflu

Der Pharmakonzern Roche hat Berichte zurückgewiesen, wonach die Resistenz gegen sein Grippemedikament Tamiflu zunimmt. Seit März 2005 seien beim Vogelgrippevirus H5N1 keine neuen Fälle von resistenten Viren gemeldet worden, obwohl die Zahl Infizierter zunahm.

Ärzte und Behörden könnten versichert sein, dass Tamiflu - wie von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen - ein wichtiges Präparat in der Pandemieplanung bleibe. Bis heute hätten lediglich drei Fälle dokumentiert werden können, in denen das Vogelgrippevirus H5N1 eine Resistenz gegenüber Tamiflu zeigte.

Auch bei der saisonalen Grippe bleibe Tamiflu wirksam. Dies zeigten Daten von Tausenden von Patienten weltweit: Die Resistenzrate beträgt laut Roche 0,32 Prozent bei Erwachsenen und 4,1 Prozent bei Kindern.

Tamiflu ist neben den Krebsmedikamenten der Wachstumsmotor von Roche. In den ersten neun Monaten 2006 kletterte der Umsatz mit dem Medikament um 88 Prozent auf 1,6 Mrd. Franken. Tamiflu avancierte damit zum fünftwichtigsten Medikament von Roche. Rund 1 Mrd. Fr. des Umsatzes entfielen auf pandemiebedingte Bestellungen von Regierungen.

Neben Spekulationen über erhöhte Resistenz lasteten auch Bedenken der US-Arzneimittelbehörde FDA auf dem Medikament, wonach ein Zusammenhang zwischen psychischen Problemen und der Einnahme des Grippemittels nicht ausgeschlossen werden könne. Ein Expertenausschuss der EU sah hingegen keine Hinweise auf Sicherheitsbedenken. (dapd)

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