Pharma: Roche fürchtet asiatische Billig-Medikamente
Aktualisiert

PharmaRoche fürchtet asiatische Billig-Medikamente

Der Basler Pharmakonzern Roche erwartet schon bald Konkurrenz durch billigere Nachahmermedikamente aus Fernost. Vor allem Indien prescht vor.

«Im Generikamarkt werden in der Tat zunehmend Hersteller aus dem asiatischen Raum auf den Markt drängen», sagte Konzernchef Severin Schwan der «Frankfurter Rundschau».

«Indien ist da schon ganz vorne mit dabei. Und ich habe keinen Zweifel, dass wir auch bald Medikamente aus China haben werden», hiess es in dem am Freitag online veröffentlichten Interview. Chinesische Pharmahersteller versorgten bereits erfolgreich ihren Heimatmarkt.

Bis asiatische Firmen aber auch selbst entwickelte Medikamente auf dem Weltmarkt anböten, werde es noch einige Zeit dauern. «Asiatische Firmen besitzen noch nicht das Know-how, um die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur Vermarktung zu beherrschen», sagte Schwan der Zeitung. «Und wenn sie es einmal haben, wird es noch einmal zehn Jahre dauern, bis das erste Produkt auf den Markt kommt.»

Europa könnte führende Stellung verlieren

Der Roche-Chef warnte jedoch davor, dass Europa seine führende Stellung in Forschung und Entwicklung langfristig verlieren könne. China, Singapur, Korea und Taiwan investierten hohe Summen in die Forschung und rekrutierten mit viel Aufwand die besten Leute aus den USA und Europa.

Der weltweite Pharmamarkt wird nach Einschätzung von Roche trotz des Spardrucks in den westlichen Gesundheitssystemen auch im kommenden Jahr zulegen. «Ich gehe davon aus, dass das Wachstum aufgrund des Preisdrucks in den USA und Europa im nächsten Jahr im niedrigen einstelligen Bereich liegen wird», sagte Schwan.

«Dem steht ein starkes Wachstum in Entwicklungsländern gegenüber, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.» Langfristig werde der Markt attraktiv bleiben. Zuletzt hatte die Branche jährlich um fünf bis sechs Prozent zugelegt.

(sda)

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