Roche ist neue Nummer eins

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Roche ist neue Nummer eins

Der Pharmakonzern Roche hat den Umsatz im vergangenen Jahr auf über 46 Milliarden gesteigert und damit erstmals Novartis überholt.

Roche wies zudem einen neuen Rekordgewinn aus und stellte eine markante Dividendenerhöhung in Aussicht. Die Verkäufe von Tamiflu sind rückläufig und werden noch weiter sinken.

11 Milliarden Gewinn

Der Pharmakonzern Roche hat den Reingewinn im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 11,437 Milliarden Franken gesteigert. Der Umsatz stieg trotz in der zweiten Jahreshälfte deutlich gesunkener Tamiflu-Verkäufe im Vorjahresvergleich um zehn Prozent auf 46,133 Milliarden Franken. Damit ist Roche neu Schweizer Branchenleader vor dem Lokalrivalen Novartis, der 2007 umgerechnet 43,780 Milliarden Franken Umsatz gemacht hatte.

Roche-Präsident und Konzernchef Franz Humer sprach von einem hervorragenden Ergebnis. Die Aktionäre sollen in Form der 21. Dividendenerhöhung in Serie profitieren, und zwar um 35 Prozent auf 4,60 Franken je Aktie und Genussschein.

Die Division Pharma verzeichnete mit zehn Prozent beziehungsweise elf Prozent in Lokalwährungen ein zweistelliges Umsatzwachstum auf 36,783 Milliarden Franken. Ohne Tamiflu wäre der Umsatz um zwölf Prozent (13 Prozent in Lokalwährungen) auf 34,927 Milliarden gewachsen. Die vom künftigen Konzernchef Severin Schwan geführte Division Diagnostics steigerte den Umsatz um sieben Prozent (sechs Prozent) auf 9,350 Milliarden Franken.

Die Liste der meistverkauften Medikamente wird wiederum von den Krebsmitteln MabThera/Rituxan, Herceptin und Avastin angeführt, wobei letzteres mit einem Umsatzsprung von 41 Prozent glänzte. Das Grippemittel Tamiflu, das im Vorjahr wegen Regierungskäufen für die Pandemievorsorge geboomt hatte, fiel nach einem Umsatzrückgang von 19 Prozent vom vierten auf den fünften Platz zurück. Die Verkäufe von Tamiflu gingen vor allem in der zweiten Jahreshälfte markant zurück, weil die meisten von Regierungen und Unternehmen zum Vorrat gemachten Bestellungen ausgeliefert sind. Die Produktionsmengen wurden laut Pharmachef William M. Burns an die tiefere Nachfrage angepasst, könnten jedoch bei Bedarf wieder gesteigert werden.

Gute Gewinnaussichten

Im Ausblick rechnet Roche für 2008 mit einem Gewinn pro Titel, der mindestens auf dem Rekordniveau von 2007 liegt. Beim Umsatz wird ein Wachstum in lokalen Währungen im hohen einstelligen Bereich erwartet, und zwar unter Ausschluss der Tamiflu-Lieferungen, die markant zurückgehen werden.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden nochmals erhöht

Nachdem der Konzern bereits letztes Jahr die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 14 Prozent auf 8,385 Prozent gesteigert hat, sollen diese Ausgaben im neuen Jahr nochmals markant angehoben werden. Damit soll das Potenzial der Produktepipeline voll ausgeschöpft werden. Roche rechnet für die Jahre 2009/2010 dank der Einführung von neuen Medikamenten sowie zusätzlichen Indikationserweiterungen mit einem anhaltend starken Wachstum.

Der von Analysten als etwas bescheiden eingeschätzte Ausblick auf das Jahr 2008 setzte den Roche-Genussschein an der Börse im frühen Handel in einem negativen Umfeld unter Druck. Der Titel gab in der ersten Handelsstunde um 0,6 Prozent auf 188,20 Franken nach, obwohl die für 2007 von Roche vorgelegten Zahlen die Erwartungen übertroffen hatte. (dapd)

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