Aktualisiert 20.07.2005 17:47

Roche legt deutlich zu

Der Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr 2005 deutlich zugelegt. Der Gewinn stieg um 4 Prozent auf 3,24 Mrd. Franken.

Werden hohe Sondererträge aus dem Vorjahresergebnis ausgeklammert, beträgt der Gewinnsprung 28 Prozent.

«Wir haben ein enorm starkes Halbjahr hinter uns», sagte Roche- Konzernchef Franz Humer am Mittwoch in Basel vor den Medien. Die Verkäufe legten um 14 Prozent auf 16,6 Mrd. Fr. zu, in lokalen Währungen betrug das Wachstum 17 Prozent.

Beim Halbjahresgewinn übertraf der Basler Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich. Entgegen ihrer Annahmen hat Roche auch den Gewinn vom ersten Halbjahr 2004 übertroffen, der einmalige Erträge von knapp 700 Mio. Fr. beinhaltet hatte.

Überdurchschnittliches Pharma-Wachstum

Der Roche-Pharmabereich konnte mit einem Plus von 22 Prozent auf 12,65 Mrd. Fr. dreimal so schnell wachsen wie der Weltmarkt. Roche hat gemäss Humer damit die Pharmadivision von Konkurrent Novartis umsatzmässig um rund 800 Mio. Fr. überholt. Der Vergleich mit der Novartis, die ihre Umsätze in US-Dollar ausweist, basiert auf einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,20 Fr./Dollar.

Das starke Pharma-Wachstum verdankt Roche vor allem der Onkologie, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben die weltweite Nummer 1 ist. Ein schnelles Wachstum zeigten dabei vor allem die neuen Medikamente Avastin gegen Dickdarmkrebs wie auch Tarceva gegen Lungenkrebs.

Tamiflu-Vorräte

Ein Plus von nicht weniger als 363 Prozent weist zudem das Grippemedikament Tamiflu auf, das von der Vorratsbildung durch Regierungen im Hinblick auf eine mögliche Influenza-Pandemie profitiert. Die Gewinnmarge im Pharmageschäft kletterte vor Sonderfaktoren um 2,1 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent.

Im Geschäftsbereich Diagnostika legte Roche um 2 (lokale Währungen &4) Prozent auf 3,97 Mrd. Fr. zu. Das liege in den Erwartungen, sagte Humer: «Wir sind mitten in der Einführungsphase neuer Produkte.» Die Betriebsgewinnmarge der Division lag mit 22,8 Prozent etwas unter dem Vorjahr.

Anstieg der Liquidität

Das starke Halbjahr hat auch zu einem deutlichen Anstieg der Nettoliquidität auf mittlerweile 13,6 Mrd. Fr. geführt. Die erwirtschafteten Mittel seien dazu da, die Roche-Kerngeschäfte zu stärken, sagte Humer. Sicherlich werde Roche aber keine Übernahmen tätigen, nur um sagen zu können, «wir sind grösser».

Für das Gesamtjahr bleibt Roche trotz des Patentablaufs von Rocephin in den USA zuversichtlich und erhöht nochmals den Ausblick für die Pharmadivision. Man rechne mit einem zweistelligen Wachstum und einer verbesserten Marge, sagte Humer. Für den Diagnostika-Bereich rechnet Roche mit einer etwas geringeren Marge.

Deutlicher Kursanstieg

An der Börse wurde das Halbjahresergebnis mit einem kräftigen Kursanstieg honoriert. Der Roche-Genussschein war am Mittwoch bei den SMI-Titeln der klare Gewinner und konnte um 4,1 Prozent auf 172.10 Fr. zulegen.

(sda)

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