Aktualisiert 21.01.2005 12:22

Roche macht Ernst mit Transparenz

Er richtet eine öffentliche Datenbank mit den abschliessenden Resultaten über klinische Studien ein, wie am Freitag mitgeteilt wurde.

Kürzlich hatte die Pharmaindustrie darüber eine Vereinbarung getroffen.

Roche werde ein Verzeichnis mit Informationen über bevorstehende Phase-II- bis Phase-IV-Prüfungen veröffentlichen, hiess es. Darüber hinaus werde Roche eine weltweite Datenbank mit den wichtigsten Resultaten aus abgeschlossenen klinischen Studien bereitstellen. Dadurch würden alle von Roche gesponserten klinischen Studien zentral verfügbar gemacht.

Roche leistet damit einer Anfang Jahr im europäischen Dachverband der Pharmaindustrie (EFPIA) getroffenen Vereinbarung Folge, die durch die Veröffentlichung von Studienergebnissen eine bessere Transparenz zum Ziel hat. Der Pharmariese GlaxoSmithKline hatte damit bereits vergangenes Jahr nach einer Verfügung des New Yorker Staatsanwalts Elliot Spitzer begonnen, nachdem der Konzern Informationen über die nachteiligen Folgen seines Anti-Depressivums Paroxetin bei Kindern unterdrückt hatte.

Roche will nun laut Mitteilung das Verzeichnis der neuen Studien als auch die Datenbank mit den Resultaten per Ende März über Internet öffentlich zugänglich machen und von einer unabhängigen Stelle verwalten lassen. Der Name der Organisation wurde noch nicht bekannt gegeben. Roche sei im Umgang mit klinischen Studien von Beginn an für Transparenz eingetreten, hiess es. Es würden sowohl positive als auch negative Resultate der Studien im abschliessenden klinischen Entwicklungsstadium veröffentlicht. Roche will auch Daten über Produkte rückwirkend auf die Datenbank nehmen, die ab dem 1. Oktober 2002 auf den Markt gebracht wurden.

Auch Novartis will Schritte in diese Richtung unternehmen, wie Daniel Vasella an der (gestrigen) Bilanzpressekonferenz sagte. Es sei im vergangenen Jahr sehr viel Vertrauen an die Branche verloren gegangen.

Anlass gab dafür unter anderem der US-Pharmakonzern Merck, der sein Schmerzmittel Vioxx erst im vergangenen Herbst vom Markt nahm, obwohl die Nebenwirkungen schon lange zuvor in Studien festgestellt worden waren. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.