Southside: Rock, Regen und Riesengaudi
Aktualisiert

SouthsideRock, Regen und Riesengaudi

Trotz kalter Schauer lassen sich die 50.000 angereisten Fans den Spass beim Festival in Neuhausen ob Eck nicht nehmen. Die Ärzte, Kings of Leon und Nine Inch Nails heizten an den ersten beiden Tagen den Besuchern mächtig ein.

von
Olaf Kunz

Faith No More, Kings of Leon und Editors sind nur einige der Magneten, die Fans aus nah und fern zum grössten Festivals Süddeutschlands zogen. Darunter zahlreiche Besucher aus der Schweiz, so wie Hannah und Christiane aus Winterthur. Die beiden sind das fünfte Mal beim Mega-Spektakel auf dem ehemaligen Flughafengelände im Schwarzwald dabei. «Es ist immer eine super Stimmung hier und es gibt doch noch ein paar andere Bands, die bei den Festivals in der Schweiz nicht dabei sind», geben sich die zwei trotz zeitweise heftiger Regenschauer gut gelaunt, während sie auf den Auftritt von Ben Harper warten.

Die Ärzte beworfen

Dass es in diesem Jahr nicht für einen Besucherrekord reichte, dürfte weniger am Line-Up liegen, denn an den Wetterprognosen liegen. Bis dato war das Southside garant für Traumwetter. Dieser Nimbus ist in diesem Jahr gefallen. Die Stimmung liessen sich die Musikfreunde von dem Meteo-Kapriolen trotzdem nicht verderben, wie der Ärzte-Auftritt zeigte. Während ihres interaktiven Live-Gigs in gewohnt frech-fröhlicher Marnier hatten sie einmal mehr eine Überraschung auf Lager. Mit Schutzhelmen ausgestattet forderten sie das Southside-Publikum auf, leere Plastikbecher auf die Bühne zu werfen. Was folgte, war ein regelrechter Becher-Hagel, der auf die Punker nieder ging. Das Pfand, das sie für die Becher erhalten, soll an die Organisation «Viva con Agua» gehen, die sich für die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern einsetzt. Nicht überraschend: Bei Klassikern wie «Westerland», «Junge» oder «Zu spät» wurden sie lauthals von ihren Anhängern unterstützt.

Zigeuner-Musik meets Punk

Dass der musikalische Mix passte, zeigten die Auftritte einiger Vorabend-Bands, die an diesem Event zahlreiche neue Fans gewonnen haben dürften. So zum Beispiel Gogol Bordello. Mit ihrer eigentümlichen Mischung aus Rock, Ska und Polka sorgten sie für eine wahre Volkstanz-Party und liessen die Körpertemperatur der wegen heftiger Schauer fröstelnden Fans deutlich ansteigen. «Die richtige Band zur richtigen Zeit», fand auch Michael aus Kreuzlingen, der zuvor schon ordentlich im Schlamm gebadet hatte.

Die kleinen Leons ganz gross

Dreckig ging es am Freitagabend auch in musikalischer Hinsicht zu mit dem australischen Song-Prediger Nick Cave. Zur fortgeschrittenen Stunde wiegten sich die Fans zu den bluesigen, melancholischen und düsteren Balladen des Musikers, Komponisten und Schauspielers. Deutlich rockiger waren die Topakts des Samstags. So legten Franz Ferdinand eine perfekte Live-Performance auf die Bühne. Das Highlight des Abends waren für die Mehrheit der Besucher indes Kings of Leon. Die Familienkombo gab - nachdem sie sich warm gespielt hatten - richtig Vollgas. Mit den Songs «Use Somebody» und «Sex on Fire» sorgten Caleb Followill und Co. für eine perfekte Party. Noch bis Sonntagabend ist der kleine und verschlafene Schwarzwaldort eine Hochburg für Musikfans. Update folgt

Waren auch Sie bei einem Festival unterwegs? Haben Sie Bilder von Fans, Behind the Stage, vom Camping-Wahnsinn oder einfach dem ganz normalen Open-Air-Wahnsinn? Dann schicken Sie uns Ihre Fotos mit dem Betreff «Festival» an

Deine Meinung