Rockerbanden im Visier der Polizei
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Rockerbanden im Visier der Polizei

Die Polizeien von zehn nordeuropäischen Staaten verschärfen ihren Kampf gegen kriminelle Rockerbanden wie die Hells Angels, Bandidos, Outlows und Gremium.

Gruppen wie die Hells Angels stellten ein europaweites Problem dar, sagte der schleswig-holsteinische Innenstaatssekretär Ulrich Lorenz (SPD) am Donnerstag zum Abschluss einer zweitägigen internationalen Konferenz zur Bekämpfung der Rockerkriminalität im Ostseeraum.

Für den Leitenden Kriminaldirektor Jürgen Sievers vom Landeskriminalamt Schleswig-Holstein ist die Abschottung der illegalen Rockerbanden ein Problem. Ferner verfügten die Banden über eine strickte Hierarchie und brutalsten Gewalteinsatz nach innen und aussen. Es sei keine Seltenheit, dass Bandenmitglieder nach Auseinandersetzungen spurlos verschwunden seien.

Zu den Einnahmequellen der gelegentlich auch konkurrierenden Baden gehörten der Rauschgift- und Menschenhandel, Prostitution sowie Waffengeschäfte. Dazu kämen Gewalttaten, die das kriminelle Gefüge zusammenhielten.

Allein in Schleswig-Holstein wird die Hells-Angel-Szene auf rund 70 Personen geschätzt. Bundesweit gehen die Experten von knapp 2.000 kriminellen Vollmitgliedern und Sympathisanten aus.

Die Beamten unterscheiden zwischen Banden wie den Bandidos, Hells Angels, Outlows und Gremium. Die Vertreterin der dänischen Polizei berichtete von rund 700 kriminellen Rockern im Königreich. Davon würden die Bandidos im Raum Kopenhagen die Geschäfte kontrollieren und die Hells Angels im Raum Jütland agieren. Ihren heftigen Bandenkrieg hätten beide Gruppierungen ruhen lassen, um sich auf ihre kriminellen Geschäfte zu konzentrieren.

In Litauen und Lettland gibt es den Konferenzteilnehmern zufolge mittlerweile Motorradclubs, die jedoch noch nicht aufgefallen sind. Jedoch berichteten Konferenzteilnehmer aus diesen Ländern von Kontakten, die zu deutschen Rockerbanden bestünden.

Wie viel Geld im Spiel ist, machte der Vertreter der kanadischen Polizei deutlich. Dort hätten die Sicherheitskräfte einen Rockertreff ausgehoben und 5,8 Millionen Dollar sichergestellt. Bei dieser Summe soll es sich um die Wocheneinnahmen der Hells Angel im Raum Quebek gehandelt haben. (dapd)

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