FCZ - FCSG: Rodriguez vs. Rodriguez: Bruder-Duell ohne Sieger

Aktualisiert

FCZ - FCSGRodriguez vs. Rodriguez: Bruder-Duell ohne Sieger

Wenn zwei sich streiten und die Punkte teilen, freut sich der Dritte. Zumindest ist das im Hause der fussballverrückten Brüder Rodriguez der Fall.

von
E. Tedesco und S. Compagno

Der mittlere der drei Brüder ist längst ausgezogen, um die Bundesliga zu erobern. Bei Wolfsburg reifte Ricardo zum Nationalspieler heran und zählt heute zu den besten Linksverteidigern der Welt. Roberto startete bei GC und fand via Wil und Bellinzona sein Glück beim FC St. Gallen. Der 23-jährige Mittelfeldspieler ist der älteste des Fussball-Trios und die jüngeren Brüder hören auf ihn. Bleibt noch Nesthäckchen Francisco. Der 19-jährige Offensivspieler steht in seiner ersten Profi-Saison beim FCZ. Und im Letzigrund kam es am Sonntag zum Bruderduell - beide mit der Rückennummer 34.

Für einen Bruchteil einer Sekunde hing der Haussegen fast schief. Ein Gewaltschuss von Roberto Rodriguez (65.) knallte an die Lattenunterkante und von da wieder ins Feld. Das hätte noch gefehlt, dass einer der beiden Rodriguez-Brüder den anderen abgeschossen hätte.

Kampf um jeden Grashalm

«Ich hätte das Tor gern gemacht. Schade, ich habe den Ball schon drin gesehen», sagt Roberto zu der Szene. «Ich hätte ihm das Tor gegönnt», sagt Francisco und fügt verschmitzt an: «Zum Glück ist er aber nicht rein.» So uneinig sich die beiden Brüder bei dieser Sache waren, sind beide mit dem gleichen Gefühl in die Partie gestartet. Auf dem Platz ist die Verwandtschaft vergessen.

«Wir haben uns vor dem Spiel begrüsst, aber dann habe ich ihn als ganz normalen Gegner angesehen», so Roberto. «Im Spiel vergisst man das und kämpft um jeden Grashalm», sagt Francisco. Man habe kein Ritual vor dem Spiel oder Redeverbot. Die beiden Brüder tauschen sich aus wie immer. Es hat sogar noch gereicht, Ricardo in Wolfsburg anzurufen, der natürlich auch mit der 34 spielt, gegen Mainz (3:0) aber verletzt pausieren musste. Der Linksverteidiger hat sich vor Kickoff gewünscht, dass beide Brüder in der Startelf stehen werden.

Und das haben sie. Wer war besser? Keiner. Wie es sich unter Brüdern gehört, haben sich Francisco und Roberto und der FCZ und St. Gallen mit einem 1:1-Remis die Punkte geteilt. Und wenn sich zwei streiten, freut sich natürlich der dritte: Ricci musste am Sonntag keinen seiner Brüder trösten.

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