Neues Gesetz in EU: Röhrli und Plastikbesteck sollen verboten werden
Aktualisiert

Neues Gesetz in EURöhrli und Plastikbesteck sollen verboten werden

Noch diesen Sommer will die EU ein Gesetz verabschieden, das Einweg-Geschirr und -Besteck aus Plastik verbieten soll. Erste Schweizer Unternehmen handeln.

von
D. Krähenbühl
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Die EU will schon diesen Sommer ein Gesetz verabschieden, das Gabeln, Messer, Löffel, Strohhalme und Essstäbchen aus Plastik verbieten würde.

Die EU will schon diesen Sommer ein Gesetz verabschieden, das Gabeln, Messer, Löffel, Strohhalme und Essstäbchen aus Plastik verbieten würde.

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Kaffee in Einwegbechern oder Rührstäbchen aus Plastik könnten dann ebenfalls nicht mehr verkauft werden.

Kaffee in Einwegbechern oder Rührstäbchen aus Plastik könnten dann ebenfalls nicht mehr verkauft werden.

Gregor Fischer
«Eine Einweg-Verpackung ist in 5 Sekunden produziert, gebraucht wird sie für 5 Minuten und dann liegt sie für 500 Jahre in der Natur herum – das ist doch absurd», sagt Yves Zenger von Greenpeace.

«Eine Einweg-Verpackung ist in 5 Sekunden produziert, gebraucht wird sie für 5 Minuten und dann liegt sie für 500 Jahre in der Natur herum – das ist doch absurd», sagt Yves Zenger von Greenpeace.

AP/Anupam Nath

Ein Cappuccino im Einweg-Kaffeebecher aus dem Starbucks, eine Cola mit Röhrli vom McDonalds oder das Plastik-Besteck in der Mensa: Geht es nach der EU-Kommission, gehören diese Dinge bald der Vergangenheit an: Gabeln, Messer, Löffel, Strohhalme und Essstäbchen aus Plastik dürften demnach nicht mehr verkauft werden, schreibt die «Wirtschaftswoche».

Ein vergleichbarer Gesetzesartikel sei in der Schweiz schon längst überfällig, sagt Yves Zenger, Pressesprecher von Greenpeace Schweiz: «Der Wahnsinn mit dem Einweg-Plastik muss aufhören.» Denn sobald das Koffein durch den Körper gerauscht und das Essen im Magen gelandet ist, seien die Einweg-Verpackungen nur noch Abfall. Bis zu 12 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangten so Jahr für Jahr weltweit in die Ozeane.

«Schweizer Politik hinkt hinterher»

«Eine Einweg-Verpackung ist in 5 Sekunden produziert, gebraucht wird sie für 5 Minuten und dann liegt sie für 500 Jahre in der Natur herum – das ist doch absurd», sagt Zenger. Dass nun die EU ein Verbot prüfe und die Schweiz nicht, zeige, dass die hiesige Politik der Realität hinterherhinke. «Auch die Unternehmen stehen in der Verantwortung, mit Einwegverpackungen aufzuhören», sagt Zenger.

Ein Aufruf, der bei einigen Firmen angekommen zu sein scheint: Der Schweizer Verpackungshersteller Tetra Pak, der 2017 rund 188 Milliarden Verpackungen verkaufte, hat am Mittwoch angekündigt, für seine Getränkekartons noch dieses Jahr eine Alternative zum Strohhalm aus Plastik anzubieten.

Alternativprodukte prüfen

FDP-Nationalrat Walter Müller ist sich des zunehmenden Problems der Plastikverschmutzung bewusst. Er verweist aber auf den vorbildlichen Umgang der Schweizer mit Abfall: «Offenbar sind die EU-Staaten weniger weit mit Recyclen als wir.» Zudem müsse man prüfen, ob ein Alternativprodukt tatsächlich umweltfreundlicher sei.

Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) belasten Einweg-Produkte die Umwelt vor allem durch ihren Ressourcenverbrauch. Zudem besteht bei diesen Produkten das Risiko des Litterings. «Im Vergleich zum gesamten Kunststoffverbrauch in der Schweiz dürfte hingegen der mengenmässige Anteil an diesen Einweg-Kleinprodukten eher gering sein», sagt Michael Hügi vom Bafu.

Wie gehen andere Länder damit um?

Frankreich: Verbot von Einweg-Plastik bis 2020.

Costa Rica: Verbot von Einweg-Plastik bis 2021.

Taiwan: Verbot von Einweg-Plastik bis 2030.

Auch die neue EU-Richtlinie soll voraussichtlich bis 2030 umgesetzt werden.

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