Röschenz: Falsche Anklage führte zum Streit

Aktualisiert

Röschenz: Falsche Anklage führte zum Streit

Der Kirchenrat von Röschenz hat den Streit um Pfarrer Franz Sabo in ein neues Licht gerückt. Ein Denunziant habe den Pfarrer mit Kindsmissbrauch in Verbindung gebracht.

Die Vorwürfe seien aber unzweifelhaft widerlegt worden. Trotzdem seien aus dem Umfeld der Bistumsleitung diese Verleumdungen ausgebreitet worden.

Der Kirchenrat ist am (gestrigen) Dienstag mit einem Brief an die Bevölkerung in die Offensive gegangen, nachdem Bischof Kurt Koch Pfarrer Sabo definitiv suspendiert hat. Demnach wurde der Pfarrer bei der Bistumsleitung denunziert und mit Kindsmissbrauch in Verbindung gebracht. Die Bistumsleitung habe aber nicht die zuständigen Behörden informiert, sondern ein Gutachten anfertigen lassen. Dies alleine sei mehr als fragwürdig, da es sich um ein Offizialdelikt handle, bei dem die Staatsanwaltschaft verständigt werden müsse.

Dieses Gutachten sei jedoch auf vollkommen voreingenommene, ja inquisitorische Art und Weise erstellt worden, so dass ein nachweislich falsches und unklares Bild entstanden sei. Die Vorwürfe gegen Sabo seien zwar nicht bestätigt, ansonsten sei aber ein sehr negatives Bild des Pfarrers gezeichnet worden. Sabo habe in der Folge auf eigene Kosten ein Gegengutachten erstellen lassen, das zu dem Ergebnis gekommen sei, dass das erste Gutachten jeder Grundlage entbehre. Dieses Gutachten wiederum sei von der Bistumsleitung nicht anerkannt worden, dass man sich schliesslich auf die Erstellung eines Obergutachtens verständigt habe. Dieses Obergutachten habe das zweite Gutachten bestätigt. «Franz Sabo ist genau so gesund, psychisch stabil und normal wie die meisten von uns. Seinem Einsatz als Seelsorger steht nichts entgegen», schreibt der Kirchenrat. Dies habe das Bistum in einem Schreiben vom 4. Februar 2005 auch bestätigt. Bezüglich einer Seelsorgetätigkeit von Pfarradministrator Sabo könnten unter den von der Gutachterin ins Auge gefassten Gesichtspunkten keine Bedenken geltend gemacht werden, heisse es dort.

Nachdem die Bistumsleitung erfolglos versucht habe, das Problem im stillen Kämmerlein nach ihrer Zielsetzung zu lösen, habe der Denunziant die Vorwürfe direkt an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Sabo sei umgehend von der Polizei festgesetzt, seine Wohnung durchsucht und sein Computer beschlagnahmt worden. Das Ergebnis sei die Einstellung des Strafverfahrens am 26. Januar 2005 mit folgender vom Kirchenrat zitierten Begründung gewesen: «Die Ermittlungen haben keinerlei Hinweise erbracht, die den vom Anzeigesteller geäusserten Verdacht auch nur ansatzweise zu erhärten vermocht hätten.»

Der Kirchenrat von Röschenz und das Bistum hätten seit Januar 2005 mit absoluter Sicherheit gewusst, dass an den Vorwürfen des Denunzianten nichts stimmte. Trotzdem habe die Bistumsleitung Sabo weiterhin in Zweifel gezogen. «Für uns hat der Bischof, die gesamte Bistumsleitung ihre Glaubwürdigkeit verloren», heisst es in dem Brief weiter. Im Umgang mit Menschen wie Sabo und aus moralischer Sicht hätten sie mehr als fragwürdig gehandelt. Der Kirchenrat selber habe nur ein Begehren, nämlich die vollkommene Rehabilitierung des Pfarrers. Sie hofft denn auch, dass sie an der ausserordentlichen Synode der Landeskirche vom kommenden Montag mit ihrem Anliegen durchdringt.

(dapd)

Deine Meinung