Röteln-Gefahr in der Schweiz
Aktualisiert

Röteln-Gefahr in der Schweiz

Die Röteln sind auf dem Vormarsch: Im ersten Halbjahr 2006 nahm die Zahl der laborbestätigten Fälle stark zu. Erstmals seit 2003 wurde die Krankeit zudem bei einer Schwangeren entdeckt. Die Frau verlor darauf ihr Kind.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2006 sieben Fälle von Röteln im Labor bestätigt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in seinem neuesten Bulletin vom Montag mitteilte. Das ist ein starker Anstieg gegenüber den Vorjahren: Zwischen 2003 und 2005 war nur ein einziger Fall im Labor bestätigt worden.

Weil das Meldenetz des BAG rund drei Prozent der Bevölkerung abdeckt, gehen die Behörden für 2006 von bisher rund 150 Rötelnfällen in der ganzen Schweiz aus. Dies müsse als Warnsignal betrachtet werden, schreibt das Bundesamt. Umso mehr als die starke Rötelnzunahme durch Messungen eines externen Labors erhärtet werde.

Die bestätigten Fälle betrafen Menschen aus den Kantonen St. Gallen, Zürich, Glarus, Schwyz und Uri. Es handelte sich um Kinder und junge Erwachsene. Sechs der sieben Patienten waren nicht gegen die Krankheit geimpft. Ein 3-jähriges Mädchen erkrankte trotz zweimaliger Impfung.

Gefährlich während Schwangerschaft

Im Juni 2006 wurde zudem ein Rötelnfall bei einer schwangeren Frau bestätigt. Es ist erst der dritte derartige Fall in der Schweiz seit 1999, als für Röteln während der Schwangerschaft eine Meldepflicht eingeführt wurde.

Bei Rötelninfektionen in den ersten 20 Schwangerschaftswochen besteht ein erhöhtes Risiko für Missbildungen, Aborte oder für eine Frühgeburt. Die Schwangerschaft der dieses Jahr betroffenen 20- jährige Frau, die nicht geimpft war, endete laut BAG mit einer spontanen Fehlgeburt.

Das BAG erachtet die aktuelle Durchimpfungsrate in der Schweiz als ungenügend. Die Viruszirkulation könne nicht vollständig unterbrochen werden. Damit auch nicht immune junge Frauen vor Röteln geschützt wären, müssten laut BAG mindestens 87 Prozent der 2-jährigen Kinder geimpft sein.

(sda)

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