Murtenlauf: Röthlin enttäuschend - Strähl mit Exploit
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MurtenlaufRöthlin enttäuschend - Strähl mit Exploit

Mit Rang 7 drückte Viktor Röthlin dem Murtenlauf den Stempel nicht wie gewünscht auf - ganz im Gegensatz zu Martina Strähl bei den Frauen.

Viktor Röthlin läuft beim Murtenlauf hinterher. (Bild: Keystone)

Viktor Röthlin läuft beim Murtenlauf hinterher. (Bild: Keystone)

Den Wunsch, beim ältesten Schweizer Volkslauf aufs Podest zu laufen, musste Viktor Röthlin früh begraben. «Nach drei Kilometern war ich flach», sagte er. Sein eigener, «zu wenig hoher Rhythmus» war nun der Taktgeber. Und das Ziel nach den harten 17,5 km erreichte der Marathon-Europameister 2010 mit mehr als zwei Minuten Rückstand auf den überlegenen kenianischen Sieger Bernard Kiplangat und 1:26 Minuten hinter dem drittplatzierten Joel Mwangi (Ken).

«Das war kein guter Tag, meine Beine spielten nicht mit», sagte Röthlin. Das Verdikt war für ihn enttäuschend. Einen Podestplatz beim Murtenlauf kann er in seinem breiten Palmarès nicht vorweisen, und die diesjährige Austragung wäre seine letzte Möglichkeit gewesen, dies nachzuholen. Nächsten August, nach dem EM-Marathon in Zürich, wird der 38-jährige Obwaldner seine eindrückliche Karriere beenden.

Völlig überraschend gekommen ist seine mässige Leistung indes nicht. Die Zeitspanne zur Regeneration nach dem Jungfrau-Marathon (3. Rang) war zu kurz. Das spürte er. Keinen Tag hatte es für ihn seither gegeben, an dem sich seine Beine anfühlten wie gewohnt. Röthlins Hoffnung indes war es gewesen, «dass sich die Beine bei der hohen Belastung öffnen.» Das war nicht der Fall. Dennoch aber sprach er von einer Enttäuschung, die erträglich sei: «Wenigstens weiss ich, warum ich schlecht gelaufen bin.»

Strähl elf Jahre nach Dällenbach

Ebenfalls drei Wochen nach dem Jungfrau-Marathon (3. Platz) trat Martina Strähl zum Murtenlauf an. Und die 26-Jährige aus Oekingen brillierte. Mit ihrem Sieg gelang der zweifachen Berglauf-Europameisterin nach eigener Einschätzung «das beste Rennen auf der Strasse». Strähl siegte souverän und liess den hoch eingeschätzten Chelangat Sang (Ken) und Aline Camboulives (Fr) keine Chance.

«Ich habe keine Erklärung für diesen Exploit, aber ich fühlte mich auf der ganzen Strecke hervorragend», so Strähl. Geschickt hatte sie ihre Fähigkeiten am Berg ausgespielt und vor allem im gefürchteten Aufstieg von La Sonnaz «Vollgas» gegeben. Strähl nannte im Ziel ihren Triumph «einen Traum, der eine riesige Bedeutung hat für mich.» Sie ist die erste Schweizer Siegerin am Murtenlauf seit Chantal Dällenbach 2002. (si)

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