Aktualisiert 17.03.2009 11:22

Schwerer Rückschlag

Röthlin leidet an einer Lungenembolie

Schwerer Schlag für Marathon-Ass Viktor Röthlin. Die Erkrankung des Innerschweizers ist schwerer als angenommen: Röthlin leidet an einer Lungenembolie. An einen Rekordversuch in London ist nicht zu denken.

von
Reto Fehr

Wie Lungenspezialist Dr. Beat Villiger im medizinischen Bulletin bekannt gibt, leidet Röthlin an einer Lungenembolie im rechten Lungenunterlappen. Die Quelle der Embolie liegt in einer Thrombose im rechten Becken. Damit muss der 34-Jährige auf den Start beim London-Marathon definitiv verpassen. Mehr noch: Der Ausdauerathlet muss vier Wochen auf Sport verzichten. Die Karriere des Innerschweizers ist aber nicht gefährdet.

Der Olympia-Sechste musste letzte Woche sein Trainingslager im kenianischen Hochland abbrechen. Mit Verdacht auf eine Lungenentzündung verliess er das Läufer-Paradies Eldoret im Osten des afrikanischen Staates (20 Minuten berichtete).

Die Vorbereitung in Kenia hätte bis zum 20. März dauern und den Grundstein zum London-Marathon vom 26. März bieten sollen. Dort wollte Röthlin den Europa-Rekord brechen.

5-Stunden-Flug als Auslöser?

Die Thrombose ist mit grosser Wahrscheinlichkeit nach dem Rückflug vom abgebrochenen Halbmarathon in Ras Al Khaima aufgetreten, als Röthlin während fünf Stunden in einer Vierer-Reihe «eingepfercht» war. In der ersten Woche nach der Rückkehr lief es ihm im Training zwar gut, doch in der darauf folgenden Woche ging es plötzlich deutlich schlechter. Am vergangenen Mittwoch verspürte er im Anschluss an einen lockeren Trainingslauf über 10 km Atemnot, Brustschmerzen und musste Blut husten. Weil die Symptome trotz Therapie zunahmen, kehrte er am Samstag für genauere Untersuchungen in die Schweiz zurück.

Begrifferklärung: Lungenbembolie

Eine Lungenembolie entsteht durch die Verstopfung von Lungenblutgefässen in der Lunge mit einem Blutgerinnsel (Thrombus) oder durch Gasbläschen (z.B. bei einem Tauchunfall).

Auslöser ist in vier von fünf Fällen ein Thrombus in den Bein- oder Beckenvenen und bleibt dann in der Pulmonalarterie stecken, wodurch das Gefäss verschlossen wird. Dadurch werden die dahinterliegenden Gefässe nicht mehr mit Blut versorgt, was die sauerstoffaustauschende Fläche der Lunge verkleinert. Schmerzen, Atemnot, akutes Herzversagen oder Sauerstoffmangel aller Organe können die Folge sein. In ganz ausgeprägten Fällen kann es auch zum Tod führen.

Eine Lungenembolie ist potenziell immer lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. Dies geschieht mit der Sauerstoffzufuhr und einer Blutverdünnung, gefolgt von Thearpien.

(Quelle: Wikipedia)

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