Aktualisiert 18.09.2018 16:11

Roger über SerenaRoger Federer äussert sich zu Sexismus-Vorwurf

Am Rande einer Exhibition für die Stiftung Andy Roddicks sprach der Schweizer über die US-Open-Kontroverse um Serena Williams.

von
Simon Graf

Williams sorgt im US-Open-Final für einen Eklat. (Video: AP/SRF)

Bevor Roger Federer am Freitag in Chicago bei der zweiten Austragung seines Laver-Cups aufschlägt, unternahm er noch einen Kurztrip nach Austin, Texas, zu seinem früheren Rivalen Andy Roddick. Oder besser: seinem beliebten Opfer. Achtmal duellierten sich die beiden an Grand Slams, achtmal gewann der Schweizer – viermal in Finals.

In Texas nahm Federer an einem Podiumsgespräch für die Stiftung Roddicks teil, der sich mit seiner Foundation ebenfalls der Bildung verschrieben hat. Bevor er dort eintraf, machte der Amerikaner schon einmal seine SMS-Kommunikation mit Federer (er hat ihn unter «Fed» gespeichert) in den sozialen Medien öffentlich, in der dieser seine Verspätung ankündigt.

Im Rahmen seines Auftritts wurde Federer von der Reporterin einer lokalen TV-Station gefragt, ob er denke, dass im US-Open-Final bei den drei Verwarnungen von Schiedsrichter Carlos Ramos gegen Serena Williams Sexismus mitgespielt habe. Bei seiner Antwort zeigte sich der Tenniskönig wieder einmal als geübter Diplomat. So sagte er: «Es ist wichtig, diesen Fall zu studieren. Jeder Schiedsrichter hat seinen eigenen Stil. Einer gibt eher Verwarnungen für Coaching, ein anderer für Zeitüberschreitungen. Ich hoffe, dass das Geschlecht nichts zu tun hatte mit diesen Entscheiden. Aber im Final und auch zuvor bei Cornet sind Fehler passiert. Da fehlte etwas das Fingerspitzengefühl. Aber natürlich müssen die Schiedsrichter auch ihren Job machen.»

«Ich erntete einen Shitstorm auf Twitter»

Wir erinnern uns: Die Französin Alizé Cornet war verwarnt worden, weil sie auf dem Court ihr Shirt aus- und wieder anzog, da sie es in der Garderobe falsch herum angezogen hatte. Williams wurde mit einem Game sanktioniert und verlor nicht nur die Nerven, sondern auch das Endspiel gegen Naomi Osaka – und warf dem Unparteiischen danach Sexismus vor.

Weniger diplomatisch als nun Federer hatte sich Roddick nach jener Partie auf Twitter geäussert. «Schlechteste Schiedsrichterleistung, die ich je gesehen habe», schrieb er Richtung Carlos. Nun sagte er: «Ich erntete einen Shitstorm auf Twitter. Bei diesem Thema kann man offensichtlich nur verlieren. Ich finde die Sexismus-Frage berechtigt. Aber ich möchte auch, dass man nicht vergisst, dass Tennis bei der Gleichberechtigung, beispielsweise mit gleichem Preisgeld, eine Vorreiterrolle einnimmt.»

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