Aktualisiert 27.11.2009 09:21

World Tour Finals

Roger Federer mit enorm viel Glück weiter

Roger Federer hat mit einer gehörigen Portion Glück an den ATP World Tour Finals die Halbfinals erreicht. Es fehlte aber gar nicht viel und Federer wäre ausgeschieden.

von
mon/pre

World Tour Finals, 3. Gruppenspiel

Roger Federer - Juan Martin Del Potro

2:6, 7:6, 3:6

Bei 2:6, 6:6, 4:5 im Tiebreak und zwei nachfolgenden Aufschlägen von Juan Martin Del Potro sah es ganz bitter aus für Roger Federer. Eine Niederlage in zwei Sätzen hätte sich Federer nicht erlauben dürfen. Doch die Nummer 1 fand den Ausweg aus der misslichen Situation. Er schaffte zwei Minibreaks zum 6:5 und sicherte sich am Netz den Punkt zum 7:5 und zum Satzgewinn. Danach benötigte Federer bloss noch einen Spielgewinn, um das Weiterkommen rechnerisch zu besiegeln. Diesen holte er mit dem 1:1-Ausgleich im dritten Satz problemlos.

Der letzte Spieltag der Vorrundengruppe A geriet zu einer beispiellosen Rechnungsübung - in der auch die organisierende Association of Tennis Professionals (ATP) zeitweise die Übersicht verlor. Kompliziert wurde die Arithmetik, weil sämtliche Spiele der Federer-Gruppe erst im dritten Satz entschieden wurden. Am Nachmittag hatte Andy Murray gegen Fernando Verdasco nach drei Stunden erst im Tiebreak des dritten Satzes gewonnen (6:4, 6:7, 7:6). Hätte der Spanier gewonnen, wäre Federers Weiterkommen schon vor dem Spiel gegen Del Potro garantiert gewesen.

Reglements-Tohuwabohu

Nach Murrays Sieg war die Ausgangslage indessen so, dass bei einem Dreisatzerfolg von Del Potro ein Trio (Federer, Murray, Del Potro) mit 2:1 Siegen und 5:4 Sätzen dagestanden wäre. Zur Schmierenkomödie geriet das Masters, als die ATP ihr eigenes Reglement nicht mehr interpretieren konnte. So verkündete der ATP- Chef-Sprecher Nicola Arzani unmittelbar nach Andy Murrays Sieg, dass Roger Federer zwar bei einer Zweisatz-Niederlage definitiv im Halbfinal stehe, bei einer Dreisatz-Niederlage hingegen nicht.

Später wurde dieser Irrsinn korrigiert. Federer musste nun mindestens einen Satz gewinnen, um weiterzukommen. Und er tat sich schwer dabei. Auch in der dritten Partie in London gab der 28-jährige Basler das erste Aufschlagspiel ab. Es folgte ein weiteres Break gegen Federer zum 4:1 für den US-Open-Sieger. Juan Martin Del Potro gewann den ersten Satz 6:2 und behielt auch im zweiten Durchgang lange die Oberhand. Die einzige Breakmöglichkeit im zweiten Satz besass wiederum der Argentinier; Federer wehrte sie nur mit einem äusserst glückhaften Netzroller ab. Auch im Tiebreak befand sich Del Potro, der zweimal mit Minibreak und am klarsten 4:2 führte, lange auf gutem Weg.

Im dritten Satz kam Juan Martin Del Potro doch noch zum Sieg. Er setzte sich mit 6:2, 6:7, 6:3 durch und erreichte ebenfalls die Halbfinals - dank des besseren Gameverhältnisses gegenüber Andy Murray (45:43 gegenüber 44:43). Roger Federer stand mit 44:40 Games zu Buche.

Im Halbfinal trifft Roger Federer am Samstag auf Robin Söderling, Novak Djokovic oder Nikolai Dawydenko - den Zweiten der Gruppe B. In dieser Poule ist vor dem letzten Spieltag nur Rafael Nadal ohne Halbfinalchance.

(mon/pre/si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.