Roger Federer streitet mit dem Schiri und Boris Becker ist überrascht
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«Das war ein Missverständnis»Roger Federer streitet mit dem Schiri – Boris Becker ist überrascht

Roger Federer liess sich am French Open auf Diskussionen mit dem Stuhlschiedsrichter ein. Das sieht man vom 39-jährigen Baselbieter selten.

von
Adrian Hunziker

Der Streit Federers mit Schiedsrichter Emmanuel Joseph.

SRF

Darum gehts

  • Roger Federer gewann sein Zweitrundenspiel gegen Marin Cilic.

  • Während des Spiels kam es zum Diskurs zwischen Federer und dem Stuhlschiedsrichter.

  • Der Schweizer konnte eine Entscheidung des Unparteiischen nicht verstehen.

  • Er war wegen Zeitverzögerung verwarnt worden.

Es war ein ungewöhnliches Bild, das sich nicht allzu oft zeigt: Roger Federer diskutierte erbost mit Stuhlschiedsrichter Emmanuel Joseph. «So habe ich ihn noch nie gesehen», sagte Eurosport-Experte Boris Becker zu Federers Reaktion. Doch was war geschehen?

Roger Federer im Diskurs mit Stuhlschiedsrichter Emmanuel Joseph.

Roger Federer im Diskurs mit Stuhlschiedsrichter Emmanuel Joseph.

Getty Images

Beim Viersatz-Sieg gegen Marin Cilic in der zweiten Runde des French Open hatte sich der Schweizer zwischen zwei Ballwechseln nochmals das Handtuch geholt. Dafür bekam er von Schiedsrichter Joseph eine Verwarnung wegen Zeitverzögerung ausgesprochen. Das missfiel dem 39-Jährigen total. Es begann eine hitzige Debatte, in der Federer meinte, der Schiri hätte ihn vor der Verwarnung auf sein Fehlverhalten hinweisen müssen.

Federer fragte bei Cilic nach, ob er das auch so sehe wie der Schiri. Und der Kroate meinte, ja, Federer habe sich zu lange Zeit gelassen. Der 20-fache Grand-Slam-Sieger hatte Mühe, den Entscheid des Unparteiischen zu akzeptieren. Er beharrte darauf, er hätte das Recht, zwischen zwei Ballwechseln das Handtuch zu benutzen. Der Diskurs dauerte mehrere Minuten.

Zverev verteidigt Federer

Unterstützung bekam Federer vom Profi-Kollegen Mischa Zverev – dem älteren, etwas weniger erfolgreichen Zverev-Bruder. Der Deutsche sagte: «Das war keine gute Entscheidung vom Schiedsrichter und das ist keine gute Regel. Wenn man am Netz den Punkt beendet und zur Grundlinie geht, dann dauert das alleine schon ungefähr zehn Sekunden. Deshalb müsste es erlaubt sein, sich ein Handtuch zu holen.»

Zerev gab Federer zudem Rückendeckung, indem er sagte, der Schweizer gehöre sonst stets zu den schnellen Spielern: «Er braucht nur fünf bis zehn Sekunden, um den nächsten Ballwechsel anzufangen. Wenn er eine Time Violation bekommt, ohne gross Zeit zu verlieren, dann stimmt definitiv etwas nicht an der Regel.»

Federer klärt auf

Gegenüber Eurosport erklärte sich Federer nach Spielende. Er bezeichnete den Disput mit Joseph als «Missverständnis». «Ehrlich gesagt war ich ein bisschen geschockt und überrascht, dass das passiert ist. Ich habe lange nicht verstanden, warum ich überhaupt eine Verwarnung bekommen habe», wunderte sich der French-Open-Sieger von 2009.

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