Ehemaliger Corona-Kritiker Roger Köppel legt sich mit Impfgegnern an
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«Pandemie der Ungeimpften»Roger Köppel legt sich mit Impfgegnern an – einstige Fans sind erzürnt

Der bekannte SVP-Nationalrat stellt sich hinter die Impfung. Bei Skeptikern auf Telegram löst dies heftige Reaktionen aus. Auch in seiner Partei dürften nicht alle Freude daran haben.

von
Patrick McEvily

In seiner Videosendung «Weltwoche Daily» äusserte sich Roger Köppel am Dienstag zum Thema Impfen.

20Min

Darum gehts

  • Innerhalb der SVP streitet man sich über die aktuelle Strategie des Bundes in der Corona-Bekämpfung.

  • Nun positioniert sich der namhafte Parteivertreter und Journalist Roger Köppel klar für die Impfungen.

  • Bei den Massnahmenkritikern und -kritikerinnen – einige mutmassliche SVP-Wähler - kommt das offenbar gar nicht gut an.

Nationalrat und Journalist Roger Köppel hat sich in einer Ausgabe seines hauseigenen «Weltwoche Daily»-Videoformat vom Dienstag zum aktuellen Stand der Impfkampagne geäussert und dabei die Vorteile der Impfung hervorgehoben. Die Äusserungen Köppels kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. In der SVP herrscht zurzeit eine belebte Debatte über die Ausweitung der Impfkampagne. Die Partei hat das Nein zum Covid-Gesetz beschlossen und viele Exponenten stellen sich gegen eine Ausweitung der Covid-Zertifikatspflicht.

Wie die Verantwortlichen der Science Task Force spricht auch der SVP-Nationalrat von einer «Pandemie der Ungeimpften». Diese würden bei einer Infektion einen viel schwereren Krankheitsverlauf durchmachen. Eine weitere Verbreitung der Pandemie könne durch die Impfungen verhindert werden. Darin sieht Köppel denn auch einen der Hauptvorteile der Impfungen. Man dürfe dem Bundesrat keine Munition für neuerliche Schliessungen geben. «Wenn die Zahlen steigen, hat der Bundesrat sehr bald wieder eine Mehrheit für Einschränkung für Lockdowns oder für Teillockdowns.»

Köppel plädiert für Versöhnung zwischen zerstrittenen Lagern

Wie der «Blick» berichtet, stossen die Aussagen des Weltwoche-Chefredaktors bei einigen Corona-Massnahmenkritiker und -kritikerinnen auf Ablehnung. Auf einschlägigen Telegram-Kanälen schreiben diese über Köppel unter anderem: «Zum Teufel mit dem Kerl», oder: «Die Schwachen fallen alle irgendwann». Bei vielen hat wohl ein Meinungsumschwung eingesetzt, galt Köppel bisher doch als grosser Kritiker der bundesrätlichen Massnahmen. Im März hatte der umstrittene Politiker Restaurantbesitzer und -besitzerinnen dazu aufgerufen, trotz Verbots zu öffnen. Auch in der Sendung des Massnahmenkritikers Daniel Stricker ist er bereits aufgetreten. «Ich war ein treuer Weltwoche Daily Hörer. Nun nicht mehr, es reicht», schreibt denn auch ein User.

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Rund um das Thema Impfen sei ein «Krieg» ausgebrochen, sagt Köppel. Er plädiere für eine Abrüstung und Versöhnung.

Rund um das Thema Impfen sei ein «Krieg» ausgebrochen, sagt Köppel. Er plädiere für eine Abrüstung und Versöhnung.

20min/Celia Nogler
Der «Weltwoche»-Chef begibt sich mit seinen Aussagen auf heikles Terrain. Viele in der Skeptiker-Szene unterstützen ihn für seine kritischen Aussagen zu den Schliessungen. Auch bei Stricker trat er schon auf.

Der «Weltwoche»-Chef begibt sich mit seinen Aussagen auf heikles Terrain. Viele in der Skeptiker-Szene unterstützen ihn für seine kritischen Aussagen zu den Schliessungen. Auch bei Stricker trat er schon auf.

YouTube
Kurz nach Veröffentlichung des Podcasts kamen in einschlägigen Telegram-Kanälen dann auch abschätzige Äusserungen zu Köppel zusammen.

Kurz nach Veröffentlichung des Podcasts kamen in einschlägigen Telegram-Kanälen dann auch abschätzige Äusserungen zu Köppel zusammen.

20min/Taddeo Cerletti

Nun aber bezieht Köppel klar Stellung zugunsten der Impfung. Man könne mit der Zukunft nicht argumentieren, sagt Köppel denjenigen, die sich auf mögliche Langzeitschäden der Impfung berufen. Die Geimpften sollten sich nicht rechtfertigen müssen. Aber auch versöhnliche Töne schlägt er an. Der Kampf rund um die Impfung sei ausser Kontrolle und zum Krieg geworden. Er plädiere für Versöhnung und Abrüstung diesbezüglich. Dennoch legte er einen Tag später in einer neuen Ausgabe von «Weltwoche Daily» nach und wiederholte, weshalb er die Impfungen befürworte.

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