11.10.2020 19:59

French-Open-Sieger Dominic Stricker«Roger Federer sagte mir, ich müsse an meinem Service arbeiten»

Paris-Sieger Dominic Stricker über seinen bisher grössten Triumph, sein Vorbild Roger Federer – und wie er deren grosse Fussstapfen ausfüllen will.

von
Lara Hofer
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Der Berner Dominic Stricker freut sich über seinen klaren Sieg am Junioren-Grand-Slam-Turnier in Paris.  

Der Berner Dominic Stricker freut sich über seinen klaren Sieg am Junioren-Grand-Slam-Turnier in Paris.

KEYSTONE
Er trat im Finale gegen seinen besten Freund an, den Zürcher Leandro Riedi (links). Ein rein Schweizerisches Finale gab es bislang noch nie bei einem Grand Slam.

Er trat im Finale gegen seinen besten Freund an, den Zürcher Leandro Riedi (links). Ein rein Schweizerisches Finale gab es bislang noch nie bei einem Grand Slam.

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«Gleich nach dem Match waren wir wieder Kollegen», sagt Stricker im Interview mit 20 Minuten. 

«Gleich nach dem Match waren wir wieder Kollegen», sagt Stricker im Interview mit 20 Minuten.

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Dominic Stricker (18) und Leandro Riedi (18) haben am French Open in Paris Schweizer Tennis-Geschichte geschrieben: Erstmals trafen im Finale eines Grand-Slam-Turniers zwei Schweizer aufeinander. Stricker konnte die Partie für sich entscheiden – und tritt damit in die Fussstapfen von Stan Wawrinka, der 2003 als letzter Schweizer Junior in Paris triumphierte. Im Interview erzählt der Berner Oberländer Stricker, welche Bedeutung der Sieg für ihn hat, was ihn mit Roger Federer verbindet und was seine Pläne sind.

Dominic Stricker, herzliche Gratulation zu deinem ersten Grand-Slam-Titel! Wie fühlst du dich am Tag danach?

Es fühlt sich unglaublich an! Wir konnten ein Finale unter Schweizern spielen, was es noch nie gab und wahrscheinlich auch nicht so schnell wieder geben wird. Ich kann noch gar nicht realisieren, was in den letzten 24 Stunden passiert ist. Es ist ein Traum, der wahr geworden ist.

Gegen Leandro Riedi konntest du bislang nie gewinnen. Warum hat es nun ausgerechnet im French-Open-Finale geklappt?

Ich spielte noch offensiver und habe mehr ausprobiert als die vorherigen Male. Ich habe generell versucht, noch mutiger zu spielen. Dass es geklappt hat, ist natürlich toll. Alles verlief nach meinen Wünschen.

Riedi ist dein Freund und Trainingspartner. Wie war es, im Finale plötzlich gegen ihn zu spielen?

Leandro ist mein bester Freund. In Paris haben wir jede freie Minute zusammen verbracht. Dementsprechend war es sehr schwierig für mich, gegen ihn zu spielen. Es herrschte eine sehr spezielle Atmosphäre.

Hattest du Erbarmen mit ihm?

Nein. Sobald der Match begonnen hat, hat jeder einfach sein Ding durchgezogen und sein Bestes gegeben. Wir waren halt Gegner, aber gleich nach dem Match waren wir wieder Kollegen.

Federer und Wawrinka gewannen als Junioren ebenfalls Grand-Slam-Turniere. Wirst du nun in deren Fussstapfen treten?

Ich werde versuchen, so schnell wie möglich dorthin zu kommen, wo sie sind. Doch bis dahin ist es noch ein langer und schwieriger Weg. Leandro und ich werden jetzt bei den Erwachsenen beginnen und dort an etwas schlechteren Turnieren teilnehmen, um Punkte zu sammeln und uns zu verbessern. So können wir hoffentlich möglichst schnell wieder an die Grand-Slams zurückkehren.

Was braucht es, um auch bei den Grossen erfolgreich zu sein?

Täglich harte Arbeit. Es geht darum, jeden Tag mehr aus sich herauszuholen. Leandro und ich werden uns weiterhin gegenseitig pushen. So stehen unsere Chancen bestimmt gut. Wir trainieren auch oft zusammen. Durch das gemeinsame Training ist es jedoch am Match dann schwierig, einen Trick zu finden, den der andere noch nicht von einem kennt. (lacht)

Welches sind deine Vorbilder?

Roger Federer und Stan Wawrinka. Auch Nadal ist ein entscheidendes Vorbild für mich, weil er wie ich Linkshänder ist. Der Einfluss von Roger ist aber besonders gross.

Inwiefern?

Im Januar durfte ich mit ihm trainieren in Dubai. Das hat mir sehr geholfen, denn er gab mir viele wertvolle Tipps. Am meisten ist mir geblieben, dass er mir gesagt hat, ich müsse an meinem Service arbeiten – weil der bei einem Linkshänder noch besser sein muss.

Jetzt bist du wieder zurück aus Paris. Steht nun Quarantäne an?

In Quarantäne muss ich zum Glück nicht, denn wir lebten in Paris in einer geschützten «Bubble». Das heisst, wir durften uns nur im Hotel und in der Anlage aufhalten. Trotzdem werde ich jetzt erst mal ein paar Tage nichts tun und mich erholen. Danach werde ich natürlich wieder mit dem Training beginnen und Turniere spielen. Mein Ziel ist es, so bald wie möglich wieder in Paris zu sein und beim Grand-Slam der Erwachsenen dabei sein zu können.

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11 Kommentare
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federet

12.10.2020, 11:24

jetzt weiss du was du zu tun hast, an deinem Service arbeiten. loos!

Heidi Pena

11.10.2020, 23:32

Ich finde der Hochzeitskonvoi pack geht gar nicht knattert sie voll

Neumann

11.10.2020, 23:24

Wer hört denn schon auf Roger ausser die Werbebranche?