Aktualisiert 27.10.2009 22:15

Schönholzerswilen SGRohrbombe zerfetzte Sekschüler die Hand

Beim Bombenbasteln unter der Leitung eines Lehrers wurde in Schönholzerswilen die Hand eines 16-jährigen Schülers zerfetzt. Experten sind empört, dass mit explosiven Stoffen hantiert wurde.

von
Olivia Limacher

«Beni* ist wie wild herumgerannt und hat laut geschrien. Die Wand war blutverschmiert und am Boden lagen Fleischfetzen.» So beschreibt ein Augenzeuge den Horror, der sich am Montag am Oberstufenzentrum in Schönholzerswilen abspielte.

Der Unfall geschah bei einem Experiment der dritten Sekundarklasse. Unter der Leitung des Chemielehrers wurde – laut dem Zeugen – mit Schwarzpulver eine Art Rohrbombe gebaut. «Weil der selbstgebastelte Knallkörper nicht explodierte, haben wir ihn mit einer Flamme erhitzt», so der Zeuge. Als wieder nichts geschah, hob ein Mitschüler das Rohr auf: «Es gab einen Riesenknall und Benis Hand wurde zerfetzt.» Die Rega brachte den Schwerverletzten ins Spital. Dort wurde er sofort operiert – seine Hand konnte gerettet werden.

«Dieser Vorfall ist unglaublich», so Sprengexperte Günter Schwarz. Das Verhalten des Lehrers sei fahrlässig gewesen. Zudem sei Schwarzpulver «das gefährlichste Sprengmittel überhaupt».

Wegen der laufenden Untersuchung wollten weder Schulleitung noch Polizei den Ablauf des Unfalls bestätigen. Ob der Lehrer fahrlässig ­gehandelt habe, werde die Untersuchung zeigen. Er gibt aber bereits wieder Unterricht.

*Name der Redaktion bekannt

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