Corona-Studie: Rolle des Wetters wird laut Forschern unterschätzt
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Corona-StudieRolle des Wetters wird laut Forschern unterschätzt

Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Windgeschwindigkeit haben einer Studie von zyprischen Forschern zu Folge einen Einfluss auf den Verlauf der Corona-Pandemie.

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Steht Thailand bei der Pandemie-Bekämpfung dank dem warmen Wetter im internationalen Vergleich gut da? Zwei Frauen in Pattaya. (Archivbild)

Steht Thailand bei der Pandemie-Bekämpfung dank dem warmen Wetter im internationalen Vergleich gut da? Zwei Frauen in Pattaya. (Archivbild)

Reuters/Athit Perawongmetha
Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Windgeschwindigkeit bestimmen beispielsweise, welche Erregerkonzentration winzige Speicheltröpfchen aufweisen, wie lange sie sich in der Luft halten und wie weit sie sich ausbreiten können: Schneesturm in New York.

Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Windgeschwindigkeit bestimmen beispielsweise, welche Erregerkonzentration winzige Speicheltröpfchen aufweisen, wie lange sie sich in der Luft halten und wie weit sie sich ausbreiten können: Schneesturm in New York.

Reuters/Jeenah Moon
Hohe Temperaturen im Sommer seien für die Übertragung des Virus eher schlecht: Ein Mann in Tokio.

Hohe Temperaturen im Sommer seien für die Übertragung des Virus eher schlecht: Ein Mann in Tokio.

Reuters/Kim Kyung-Hoon

Darum gehts

  • Wetterbedingungen sind beim Verlauf der Corona-Pandemie laut zyprischen Forschern nicht zu unterschätzen.

  • Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Windgeschwindigkeit spielen gemäss ihrer Studie eine Rolle.

  • Bei der Bekämpfung der Pandemie sollten deshalb die Wettereffekte berücksichtigt werden.

Saisonale Wetterbedingungen spielen zyprischen Forschern zufolge eine unterschätzte Rolle beim Verlauf der Corona-Pandemie. Deshalb sollten Wetterdaten stärker in Modelle zur Ausbreitung des Virus einbezogen werden, schreiben Dimitris Drikakis und Talib Dbouk von der University of Nicosia in Nikosia (Zypern) im Fachmagazin «Physics of Fluids». In ihrer Arbeit erweiterten sie ein klassisches Modell zum Pandemieverlauf um einen Index, der Luftfeuchtigkeit und -temperatur sowie Windgeschwindigkeit berücksichtigt.

Weltweit kämpfen Regierungen mit Massnahmen zur Virus-Eindämmung gegen die Corona-Pandemie: Geschäfte, Veranstaltungsstätten und Schulen werden geschlossen, soziale Kontakte werden beschränkt, Reiseverbote erlassen. «Diese Lösungen sind nur nützlich, um das Entwicklungstempo der Gesamtzahl neu infizierter Personen zu verlangsamen», schreiben die Forscher. Sie gehen davon aus, dass eine zweite Welle «unumgänglich» ist, aber durch Lockdown-Massnahmen gedämpft werden kann.

Wettereffekte berücksichtigen

«Bei Pandemien, bei denen keine massiven und wirksamen Impfungen verfügbar sind, sollte die Regierungsplanung längerfristig sein, indem Wettereffekte berücksichtigt und die Richtlinien für öffentliche Gesundheit und Sicherheit entsprechend gestaltet werden», wird Dbouk in einer Mitteilung des Fachmagazins zitiert.

Gemeinsam mit Drikakis erweiterte er ein klassisches Ausbreitungsmodell, das den weiteren Pandemieverlauf unter anderem auf Basis der Übertragungsrate prognostiziert.

Den Forscher zufolge hängt die Übertragungsrate auch von den Wetterbedingungen ab. Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Windgeschwindigkeit bestimmen demnach beispielsweise, welche Erregerkonzentration winzige Speicheltröpfchen aufweisen, wie lange sie sich in der Luft halten und wie weit sie sich ausbreiten können. So seien hohe Temperaturen im Sommer für die Übertragung des Virus eher schlecht.

«Nationale Lockdowns oder gross angelegte Lockdowns sollten nicht auf kurzfristigen Vorhersagemodellen basieren, die die Auswirkungen des jahreszeitlich bedingten Wetters ausschliessen», betont Drikakis. Er und Dbouk sind zuversichtlich, dass ihr Index dazu beitragen könnte, manch strengen Lockdown, der sich nachteilig auf alle Aspekte des Lebens und der Weltwirtschaft auswirkt, zu vermeiden.

(DPA/chk)

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