GP von Frankreich: Rollentausch der Schweizer Moto2-Piloten
Aktualisiert

GP von FrankreichRollentausch der Schweizer Moto2-Piloten

Die Probleme am Motorrad sind behoben, der Trainingssturz verdaut und die zweite Startreihe auf sicher: Tom Lüthi geht gestärkt in den GP von Le Mans. Nicht so Dominique Aegerter.

von
Alexandra Stäuble
Le Mans

Die Welt von Dominique Aegerter hat sich innerhalb von 24 Stunden um 180 Grad gedreht. Den guten Leistungen in den freien Trainings folgte im Qualifying die Ernüchterung. Zum Ziel gesetzt hatte er sich die zweite Startreihe, geworden ist es die fünfte. Die Enttäuschung ist dem 23-Jährigen ins Gesicht geschrieben. «Klar bin ich unzufrieden, wenn ich von Platz 15 anstatt 4 starten muss.» Keine Frage: Aegerter startet morgen mit Wut im Bauch. Dieser Rückschlag passt dem ehrgeizigen Berner nicht in den Kram.

«Wir haben keinen guten Job gemacht», lautet sein Fazit. Warum erklärt der 23-Jährige auch gleich: «Wir haben am Samstagmorgen ein paar Sachen ausprobiert und gemerkt, dass es überhaupt nicht funktioniert. Die Maschine verhält sich sofort anders, selbst wenn man nur Kleinigkeiten ändert», erklärt Aegerter. Man habe versucht, das Anfahren, das Verhalten in der Kurve sowie das Rausfahren zu verbessern.

Zwei, drei Klicks fehlen zur Spitze

Doch das Experiment ging schief. «So haben wir uns entschieden, für das Qualifying wieder auf die Abstimmung vom Freitag zurückzugreifen.» Wer weiss: Hätte die Aegerter-Crew an ein, zwei anderen Schrauben gedreht, hätte sie die 0,7 Sekunden auf die Pole vielleicht wettgemacht. «Wir sind nicht weit weg von der Spitze. Zwei, drei Klicks und schon ist man vorne dabei.» Sie wissen nur (noch) nicht welche Klicks das sind. Bis zum Rennstart wird dies kaum sein, doch die Hoffnung ist da. «Wir wollen das bis dann in den Griff kriegen.»

Für einen Spitzenplatz wichtig sein wird ein guter Start. Dass er das gut kann, hat er schon oft bewiesen. Ebenfalls besitzt der 23-Jährige die Fähigkeiten, das Feld von hinten aufzurollen. 26 Runden bleiben ihm dafür. Doch er weiss, dass es nicht einfach wird: «Ist die Pace im Rennen so hoch wie im Qualifying, dann wird es schwierig.» Dennoch bleibt er – oder versucht es zumindest – positiv. «Die Reifen sind gut, sie bauen nicht so schnell ab, und es gibt einige Überholmöglichkeiten.»

Lüthi ist zuversichtlich

Wesentlich entspannter ist die Stimmung wenige Meter weiter. Im Motorhome des Interwetten Paddock Teams sitzt ein zufriedener Tom Lüthi, der seine Freude über den fünften Startplatz mitteilt. Beinahe wäre es sogar die erste Reihe geworden. Erst beim letzten Versuch fuhren ihm noch zwei Piloten vor die Nase. Seinen Sturz vom Freitag hat der 27-jährige Berner verdaut: «Das Vertrauen und das Feeling sind da. Ich bin happy.» Man habe den Grund für das Wegrutschen des Vorderrades gefunden und entsprechend reagiert.

Ebenfalls wieder zufrieden ist Lüthi mit seinem Arbeitsgerät, mit dem er vor zwei Wochen in Jerez haderte. «Im Grossen und Ganzen wissen wir, woran es lag.» Probleme wurden bei den Bremsen, dem Vorder- sowie Hinterrad ausgemacht – und behoben. Was genau will der Berner nicht preisgeben. Aber Lüthi weiss, dass noch viel Arbeit vor ihm und seinem Team liegt. «Ein Wochenende reicht nicht, um das zu bestätigen, was Anfang Saison war.»

Lüthi liegt Le Mans

Lüthi hofft, dass sich Le Mans - wie schon so oft in der Vergangenheit - als gutes Pflaster erweisen wird. Hier stand er 2012 zuletzt zuoberst. An gleicher Stelle holte er 2005 als damals 18-Jähriger den ersten Sieg seiner Karriere. 2013 konnte er gesundheitsgedingt nicht an frühere Spitzenplatzierungen anknüpfen: Nach seiner Armverletzung ging Lüthi vor einem Jahr handicapiert an den Start und gab das Rennen nach einem Sturz auf.

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