Gegründet 1967: «Rolling Stone» sucht einen Käufer
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Gegründet 1967«Rolling Stone» sucht einen Käufer

Das einflussreiche US-Musikmagazin steht 50 Jahre nach seiner Gründung zum Verkauf. Für den familiengeführten Verlag sehe die Zukunft düster aus, so Gründer Jann Wenner.

von
nag
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50 Jahre nach seiner Gründung steht das einflussreiche US-Musikmagazin «Rolling Stone» zum Verkauf.

50 Jahre nach seiner Gründung steht das einflussreiche US-Musikmagazin «Rolling Stone» zum Verkauf.

Keystone
Der Gründer der Zeitschrift: Jann Wenner sagte der «New York Times», er wolle die Zukunft des Magazins rechtzeitig – «vor der Kurve»- sichern.

Der Gründer der Zeitschrift: Jann Wenner sagte der «New York Times», er wolle die Zukunft des Magazins rechtzeitig – «vor der Kurve»- sichern.

Keystone/Tracey Nearmy
Wenner hatte die Zeitschrift 1967 gegründet, damals als Student im kalifornischen Berkely.

Wenner hatte die Zeitschrift 1967 gegründet, damals als Student im kalifornischen Berkely.

Keystone/Tony Dejak

Genau 50 Jahre nach seiner Gründung steht das einflussreiche US-Musikmagazin «Rolling Stone» zum Verkauf. Der Gründer der Zeitschrift, Jann Wenner, sagte der «New York Times», er wolle die Zukunft des Magazins rechtzeitig - «vor der Kurve»- sichern.

«Es gibt Herausforderungen, die wir nicht alleine stemmen können», sagte er. Wenner hatte die Zeitschrift 1967 gegründet, damals als Student im kalifornischen Berkely. Der «Rolling Stone» entwickelte sich seitdem nicht nur zu einem Magazin für Rockmusik und alternative Kultur, sondern auch zu einem Hort experimenteller Autoren wie dem exzentrischen Schriftsteller Hunter Thompson. (Hier gehts zur Coverwall 1967 – 2012)

Allerdings hatten Image und Finanzen zuletzt enorm gelitten, nachdem der «Rolling Stone» 2014 über eine angebliche Massenvergewaltigung auf einem Universitätsgelände berichtet hatte. Eine Untersuchung ergab, dass das Magazin elementare journalistische Grundregeln bei der Recherche und der Veröffentlichung des Artikels missachtet hatte. Die von der angeblichen Zeugin geschilderte Vergewaltigung gab es nicht.

Der «Rolling Stone» und eine seiner Reporterinnen mussten die Geschichte später nicht nur zurücknehmen und sich entschuldigen, sondern drei Millionen Dollar Entschädigung wegen des Artikels zahlen. Die Vize-Dekanin der fraglichen Universität in Virginia hatte sogar 7,5 Millionen Dollar Entschädigung gefordert. Ihr war in dem Beitrag vorgeworfen worden, den Vorfall aus Furcht um den guten Ruf der Eliteuniversität vertuscht zu haben.

Teil bereits verkauft

Im vergangenen Jahr hatte der «Rolling Stone» bereits einen Anteil von 49 Prozent an das Singapurer Start-up BandLab Technologies verkauft. Geführt wird es von Kuok Meng Ru, dem Sohn des weltgrössten Palmöl-Händlers Kuok Khoon Hong. Es blieb nun zunächst aber unklar, ob er seinen Anteil auf eine Mehrheit aufstocken will.

Die Familie Wenner verkaufte zudem in diesem Jahr bereits das Promimagazin «US Weekly» und die Modezeitschrift «Men's Journal» an den Konzern American Media, der auch eine Reihe von Boulevardtiteln veröffentlicht. Ob das Unternehmen auch Interesse am «Rolling Stone» hat, war zunächst nicht bekannt.

Der heute 71-jährige Gründer Wenner betonte, er hoffe, weiterhin eine Rolle bei dem Magazin spielen zu können. Letztlich sei das aber eine Entscheidung des neuen Eigentümers. (nag/sda)

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