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Test am Flughafen ZürichRolltreppen schiessen mit UV-Strahlen auf Coronaviren

Der Flughafen Zürich hat Rolltreppen mit einer neuen Lösung aufgerüstet. UV-Strahlen desinfizieren testweise die Handläufe der Rolltreppen. Der Euro-Airport Basel testete ebenfalls und entschloss sich dagegen.

von
Fabian Pöschl
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In den nächsten Wochen rüsten die Betreiber des Flughafens Zürich die meistgenutzten Rolltreppen auf dem Flughafengelände mit einer neuen Lösung von Hersteller Schindler aus.

In den nächsten Wochen rüsten die Betreiber des Flughafens Zürich die meistgenutzten Rolltreppen auf dem Flughafengelände mit einer neuen Lösung von Hersteller Schindler aus.

Foto: Schindler
Dabei bestrahlt ein Modul die Handläufe der Rolltreppen mit keimtötendem UV-C-Licht.

Dabei bestrahlt ein Modul die Handläufe der Rolltreppen mit keimtötendem UV-C-Licht.

Foto: Schindler
Zu Beginn des Tests will der Flughafen 16 der rund 100 Rolltreppen mit dem UV-Modul aufrüsten. Doch langfristig sollen alle die neue Reinigungstechnologie aufweisen, wie eine Sprecherin zur «Luzerner Zeitung» sagt.

Zu Beginn des Tests will der Flughafen 16 der rund 100 Rolltreppen mit dem UV-Modul aufrüsten. Doch langfristig sollen alle die neue Reinigungstechnologie aufweisen, wie eine Sprecherin zur «Luzerner Zeitung» sagt.

Foto: Schindler

Darum gehts

  • Der Flughafen Zürich hat ein Testprojekt lanciert, bei dem die Rolltreppen mit UV-Licht desinfiziert werden.
  • Dadurch sollen die Rolltreppenhandläufe zu 99,9 Prozent frei von Keimen sein.
  • Beim Basler Euro-Airport hat man sich bereits nach einem Test gegen die Lösung entschieden.

Der Flugbetrieb erholt sich in der Corona-Krise nur langsam. Zu gross scheint die Angst der Reisenden vor einer Viruserkrankung zu sein. Mit einem neuen Testversuch will der Flughafen Zürich nun das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.

In den nächsten Wochen rüsten die Betreiber die meistgenutzten Rolltreppen auf dem Flughafengelände mit einer neuen Lösung aus. Dabei bestrahlt ein Modul der Schweizer Firma Schindler die Handläufe der Rolltreppen mit keimtötendem UV-C-Licht (siehe Box).

Rolltreppen desinfizieren

So funktioniert die UV-Bestrahlung

Das «Ultra UV Pro»-Modul von Schindler zerstört mit Hochdrucklampen das genetische Material der Erreger und macht sie unschädlich, wie Hersteller Schindler in einer Mitteilung schreibt. Nach der Desinfektion sind die Handläufe der Rolltreppen gemäss Schindler zu 99,9 Prozent frei von Keimen. Allerdings sind wissenschaftliche Studien dazu noch Mangelware. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz warnt davor, UV-Licht am Körper einzusetzen, wie dies US-Präsident Donald Trump im April empfahl und dafür Kritik erntete. Da UV-Strahlen schädlich für Haut und Augen sind, bestrahlt das Modul von Schindler die Handläufe der Rolltreppe unter der Oberfläche. In Deutschland ist die Lösung bereits an mehreren Bahnhöfen im Einsatz.

Zu Beginn des Tests will der Flughafen 16 der rund 100 Rolltreppen mit dem UV-Modul aufrüsten. Doch langfristig sollen alle die neue Reinigungstechnologie aufweisen, wie eine Sprecherin zur «Schweiz am Wochenende» sagt.

Mehrere Tausend Franken pro Rolltreppe

Die Installation pro Rolltreppe soll einen mittleren vierstelligen Betrag kosten. Offenbar nicht zu viel für die Betreiber. Auch der Flughafen Genf zieht das System laut einem Sprecher in Erwägung, ebenso das Zürcher Shoppingcenter Glatt.

Beim Basler Euro-Airport hat man sich nach einem Test aber gegen das System entschieden, da die manuelle Reinigung umfassender sei. Auch die SBB setzen auf die Reinigung wie bis anhin für die rund 310 Rolltreppen in Schweizer Bahnhöfen.

Mehr Putzintervalle und Putzroboter

So schützt sich der Flughafen Zürich

Der Flugbetrieb am Flughafen Zürich ist eingeschränkt, sämtliche Läden haben aber wieder geöffnet. Es besteht keine Tragepflicht für Schutzmasken, allerdings werden die Passagiere dazu aufgefordert, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Zum Schutzkonzept des Flughafens gehören:

  • 200 Desinfektionsmittel an diversen Standorten.
  • Bodenmarkierungen für das Einhalten des Abstandes.
  • Erhöhte Reinigungsintervalle, auch zwei neue Putzroboter kommen zum Einsatz, die die Böden automatisch putzen (siehe Video unten).
  • Intensivierte Reinigung von Kontaktflächen wie Haltestangen.
  • Plexiglasscheiben an den Schaltern.
  • Reduzierte Passagierkapazität in Bussen.
  • Masken für Mitarbeitende, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.
  • Selecta-Automaten mit Hygieneartikeln vor Bordkartenkontrollen.

Video: Keystone-SDA

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63 Kommentare
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Ich weiss es

20.07.2020, 12:17

Ich kenne das Bestellsystem des Flughafen ZRH als Geschäftsmann sehr gut. Das System wird bestellt, wenn Schindler gewisse Leute mit hohler Hand gut schmiert. Im Gegensatz zum Europort Basel geht es dort schlechter zum Schmieren. ZRH ist etwas vom traurigsten, gell O.... Dein ehemaliger Schmierer mit Briefumschlag.

Ein Plan steckt dahinter

20.07.2020, 09:50

Gott was für eine übertriebene Aktion, man tut alles um dieses Virus so gefährlich wie es nur möglich ist zu machen... Man kann die Erde nicht sterilisieren, begreift das doch endlich!!! Und versteht das dieses Virus nicht gefährlich ist wie dargestellt wird, bei einer Epidemie, Pandemie, sollte es ein Paar Millionen Tote geben und alles sollte verbrennt werden. Werder ihr euch Impfen, werdet Ihr sterben, denkt an meine Worte!

Helene

20.07.2020, 08:47

Ich habe noch nie einen solchen Handlauf angefasst und berühre auch sonst kaum je irgendetwas was nicht unbedingt nötig ist (Türfallen etc. z.B. Nur mit Papier). Ich mache das seit Jahren so und bin dadurch deutlich weniger Krank als meine Mitmenschen.