Rom: Abgeordnete unter Mafia-Verdacht
Aktualisiert

Rom: Abgeordnete unter Mafia-Verdacht

Italienische Richter haben Haftbefehl gegen 52 Verdächtige wegen Korruption und Absprachen mit der Mafia erlassen. Auch mehrere Politiker sollen mit der Mafia zusammengearbeitet haben.

Einem Mitglied der Forza Italia von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Gianfranco Blasi, werfen die Richter vor, der Mafia in der südlichen Region Basilicata lukrative Aufträge aus öffentlicher Hand zugespielt zu haben.

Die Mafia habe im Gegenzug Blasi bei Wahlen unterstützt. Der 46- Jährige ist Sprecher seiner Partei für Basilicata und Mitglied des Finanzausschusses im Parlament. Die Richter ersuchten das Parlament, Blasis Immunität aufzuheben.

Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem Untersuchungen gegen zwei weitere Abgeordnete aus dem Oppositionslager, Antonio Luongo und Antonio Potenza, eingeleitet. Nach Auffassung der Richter sind sie Teil eines Netzwerks, das öffentliche Aufträge unter organisierten kriminellen Banden aufteilte.

Den Abgeordneten wird unter anderem Erpressung, Wucherei, Geldwäsche und Korruption vorgeworfen. Die Polizei beschlagnahmte nach eigenen Angaben etwa acht Millionen Euro (12,1 Millionen Franken) an Wertgegenständen, Fahrzeugen und Vermögen auf Bankkonten.

(sda)

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