Krise in Tunesien: Rom wird Flüchtlinge los
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Krise in TunesienRom wird Flüchtlinge los

Italien verteilt Papiere an tunesische Flüchtlinge, mit denen sie in andere Schengen-Länder weiterreisen können. Besonders Paris ist verärgert. Rom will Tunesier auch zurück schaffen.

Italien hat am Samstag mit der Verteilung von befristeten Aufenthaltsgenehmigungen an die 20 000 Tunesier begonnen, die in den vergangenen Wochen im Land eingetroffen sind. Schlangen bildeten sich am Samstag vor der Polizeizentrale am italienisch- französischen Grenzübergang von Ventimiglia.

Dort warten seit Tagen Hunderte Migranten auf ein Visum, um nach Frankreich weiterreisen zu können. Die auf sechs Monate begrenzten Aufenthaltsgenehmigung gilt nur für Italien. Allerdings können Migranten damit im Schengen-Raum während maximal 90 Tagen frei reisen, sofern sie unter anderem genügend Geld (61 Euro pro Tag) dafür zu Verfügung haben.

Küstenwache rettet 98 Migranten

Mit der Genehmigung Italiens können diese Tunesier nun Verwandte in anderen europäischen Ländern erreichen. Diese Massnahme Italiens hatte für heftige Proteste vieler anderer EU-Länder gesorgt. Vor allem Frankreich hatte dagegen protestiert, da dort zahlreiche Tunesier leben.

Migranten auf Lampedusa

Die italienische Regierung erklärte am Samstag, sie halte die akuteste Phase der Flüchtlingswelle aus Tunesien für beendet. «Das Abkommen mit Tunesien funktioniert. Alle Migranten, die nach dem 5. April eingetroffen sind, werden abgeschoben. Jetzt müssen wir das Kontrollsystem und die Patrouillen an den Küsten stärken», sagte der italienische Innenminister Roberto Maroni. (sda)

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