Politiker empört - Roma-Bettelnde lassen sich in Basel gratis die Zähne flicken
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Politiker empörtRoma-Bettelnde lassen sich in Basel gratis die Zähne flicken

Im Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel können sich Armutsbetroffene bei Notfällen gratis die Zähne behandeln lassen. Auch rumänische Bettelnde haben vom Angebot Wind bekommen und nutzen dies nun rege.

von
Seline Bietenhard
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Das UZB Basel bietet Armutsbetroffenen eine kostenlose zahnärztliche Notfallbehandlung an, welche von den kantonalen Behörden übernommen wird.

Das UZB Basel bietet Armutsbetroffenen eine kostenlose zahnärztliche Notfallbehandlung an, welche von den kantonalen Behörden übernommen wird.

Universität Basel/UZB
Gemäss dem UZB gebe es jedoch in letzter Zeit einen Zulauf von rumänischen Bettelnden mit Zahnproblemen.

Gemäss dem UZB gebe es jedoch in letzter Zeit einen Zulauf von rumänischen Bettelnden mit Zahnproblemen.

20min/Steve Last
Die Personen würden sich gratis behandeln lassen wollen, jedoch seien nur Notfallbehandlungen kostenlos. Alle anderen Behandlungen müssten normal bezahlt werden.

Die Personen würden sich gratis behandeln lassen wollen, jedoch seien nur Notfallbehandlungen kostenlos. Alle anderen Behandlungen müssten normal bezahlt werden.

20min/las

Darum gehts

  • In der Unizahnklinik Basel können sich Armutsbetroffene bei Notfällen gratis die Zähne behandeln lassen.

  • Die Kosten werden von den Behörden übernommen.

  • Auch rumänische Bettelnde haben vom Angebot gehört und nutzen es rege.

  • Die Nachricht sorgte bei bürgerlichen Politikern für Empörung.

Das Universitäre Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB) bietet für Armutsbetroffene kostenlose Notfallbehandlungen an. Diese werden von den kantonalen Behörden übernommen. Gemäss dem UZB gebe es jedoch in letzter Zeit einen Zulauf von rumänischen Bettlerinnen und Bettlern mit verschiedensten Zahnproblemen, wie das «SRF Regionaljournal» berichtete.

«Es kommen täglich mehrere dieser Personen, manchmal auch ganze Gruppen», wird Gerlinde Spitzl, Leiterin des UZB, zitiert. Behandelt würden aber nur medizinische Notfälle. Bei anderen Behandlungen müsse mit dem Patienten geschaut werden, dass dieser sich im Heimatland behandeln lassen kann, so Spitzl weiter.

Doch die Roma-Bettelnden haben in der Regel nur eine unvollständige Schulbildung und auch die Infrastrukturen in den Roma-Siedlungen in ihrer rumänischen Heimat sind prekär. An vielen Orten ist kein fliessendes Wasser vorhanden und die Bewohner müssen am Dorfbrunnen Wasser holen. Die mangelnde Bildung und die schlechten hygienischen Bedingungen können zu einer Zunahme von Zahnproblemen führen.

Die Nachricht des Regionaljournals über die Bettelnden, welche sich gratis die Zähne behandeln liessen, sorgt bei bürgerlichen Basler Politikern für rote Köpfe. «Bettler lassen sich auf Staatskosten in Basel die Zähne machen. Goots eigentlich no?», schrieb beispielsweise der Basler SVP Grossrat Joël Thüring auf Twitter. Diese Zustände müssten umgehend beendet werden, schrieb der Politiker weiter.

«Armutsbetroffene können sich einen Zahnarztbesuch kaum leisten»

Gemäss dem Basler Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter können sich Armutsbetroffene kaum einen Zahnarztbesuch leisten, da die Zahnarztkosten sehr hoch seien. «Dazu kommen wohl Scham, Stigmatisierung und wahrscheinlich auch eher schlechte Ernährung, weil gesundes Essen teuer ist», erklärt Manuela Jeker, Co-Geschäftsleiterin. Laut dem Verein könne man sich, wenn man in Basel Sozialhilfe bezieht, im UZB behandeln lassen. Die Sozialhilfe übernehme dann die Kosten für die günstigste Behandlungsmethode.

Lebst du oder lebt jemand, den du kennst, in Armut?

Hier findest du Hilfe:

Tischlein deck dich, Lebensmittelhilfe

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