Roma-Kinder: Diebeszüge trotz Einreisesperren
Aktualisiert

Roma-Kinder: Diebeszüge trotz Einreisesperren

Verräterische Socken führten auf die Spur einer dreisten Diebesbande von jugendlichen Roma. Die Bande wurde gefasst und ausgeschafft. Doch einige hätten gar nicht in die Schweiz einreisen dürfen.

Im November beobachteten zwei Ermittler der Kantonspolizei Zürich in Winterthur-Töss zwei Jugendliche, wie sie aus einem Auto stiegen. Auffällig dabei: Die Jugendlichen trugen Socken – an den Händen. Die Socken führten auf die Spur und schliesslich zur Verhaftung von neun Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Die Minderjährigen sind Roma, stammen aus Staaten im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien und leben derzeit in Camps im Raum Mailand, wie die Kantonspolizei Zürich gestern mitteilte (20minuten.ch berichtete).

Was die anschliessenden Ermittlungen ergaben, hat selbst den zuständigen Jugendstaatsanwalt Beat Fritsche überrascht. 35 Einbruchdiebstähle, Sachschaden von 80'000 Franken und eine Beute im Wert von 2,5 Millionen Franken – eine Dimension, die der Jugendanwalt bisher nicht kannte.

Den Fall hat Fritsche ad acta gelegt. Gut möglich aber, dass er die Akten bald wieder in den Händen hält. Denn die Geschichte droht sich zu wiederholen. Nachdem die Jugendlichen «mehrere Wochen bis mehrere Monate» in Untersuchungshaft sassen, wurden sie zwar umgehend ausgeschafft. Doch Fritsche sagt: «Einige der gefassten Jugendlichen hatten bereits Einreisesperren». Diese wurden laut Fritsche vom Bundesamt für Migration verhängt. Den Grund für die Einreisesperren kennt der Jugendanwalt nicht im Detail. «Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich um ähnliche Delikte gehandelt hat», sagt Fritsche und ergänzt: «Die einzige Möglichkeit, die Roma-Kinder von der Schweiz fern zu halten, sind die Grenzkontrollen». Diese Kontrollen seien aber nicht lückenlos durchführbar.

(meg)

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