Horrorcrash in Bahrain : Romain Grosjean war 27 Sekunden in den Flammen gefangen
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Horrorcrash in Bahrain Romain Grosjean war 27 Sekunden in den Flammen gefangen

Romain Grosjean zog sich bei seinem Horrorcrash in Bahrain kleinere Verbrennungen an den Händen zu. Der Unfall zeigt Parallelen zu diversen Feuer-Crashs in der Formel 1 auf. Nicht alle Fahrer überlebten die Flammen.

von
Sven Forster

Darum gehts

  • Am Sonntag kam es in Bahrain zu einem Horror-Crash.

  • Der Unfall zeigt Parallelen zu diversen anderen Bränden in der Königsklasse.

  • Nicht alle Fahrer überlebten die Brände.

Wie durch ein Wunder zog sich Romain Grosjean bei seinem Horrorcrash in Bahrain nur kleinere Verbrennungen an den Händen und Knöcheln zu. Videos des Unfalls zeigen, dass der Franzose mit Schweizer Pass 27 Sekunden im brennenden Fahrzeug gefangen war. Er konnte sich jedoch selbst befreien und in Sicherheit bringen.

Die Szenen nach dem Start des Grand Prix von Bahrain erinnern an eine frühere Zeit in der Formel 1. Vor den 2000er-Jahren kam es immer wieder zu schweren Bränden in der Formel 1.

Der Unfall von Grosjean erinnert an eine frühere Zeit in der Formel 1. 

Der Unfall von Grosjean erinnert an eine frühere Zeit in der Formel 1.

Getty Images

Den wohl berühmtesten Feuerunfall der Formel 1 erlitt Niki Lauda im Jahr 1976. Der Österreicher verlor die Kontrolle über seinen Ferrari und prallte gegen eine Wand. Die 200 Liter Benzin im Fahrzeug liefen aus und entzündeten sich. Der Unterschied beim Crash von Grosjean und Lauda – der Österreicher wurde bewusstlos. Andere Fahrer konnten anhalten und versuchten Lauda aus dem brennenden Fahrzeug zu retten – mit Erfolg. Lauda zog sich dabei jedoch schwere Verbrennungen am Kopf zu. 42 Tage nach dem Unfall sass Lauda wieder in einem Rennboliden.

Zehn Jahre zuvor endete ein Feuerunfall beim GP von Monaco tödlich. Drei Minuten sass Lorenzo Bandini in seinem brennenden Ferrari fest. Die Feuerwehrmänner waren zu spärlich ausgerüstet und konnten den Italiener nicht aus seinem Wagen befreien. Der damals 31-Jährige starb drei Tage nach dem Unfall im Spital.

Mit Clay Regazzoni war auch ein Schweizer in einen Crash mit Feuerball verwickelt. Im Jahr 1973 ging sein Auto komplett in Flammen auf. Der Schweizer hatte Glück, dass mit Mike Hailwood ein anderer Fahrer rasch reagierte und ihn aus dem Fahrzeug rettete. Regazzoni war wie Lauda drei Jahre später ebenfalls bewusstlos. Durch den Einsatz von Hailwood überlebte Regazzoni mit Brandwunden.

Nur wenige Wochen nach dem Unfall von Regazzoni kam beim Grossen Preis der Niederlanden der Brite Roger Williamson ums Leben. Bei seinem erst zweiten Rennen verbrannte er in seinem Fahrzeug.

1994 war Jos Verstappen, der Vater des heutigen Formel-1-Piloten Max Verstappen, in ein Boxenfeuer verwickelt. Das brennende Auto erinnert an den Unfall von Grosjean am Sonntag. Durch den feuerfesten Anzug kam Verstappen trotz des gigantischen Flammenballs weitestgehend unverletzt davon. Trotz leichten Verbrennungen fuhr der Niederländer beim nächsten Rennen aufs Podium.

Deine Meinung

14 Kommentare
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Bartholomeo

30.11.2020, 13:50

Wie lange wird in Rennautos noch Benzin verbrannt? Es gibt doch umweltfreundlichere Alternativen.

Maria R.

30.11.2020, 13:00

Ich dachte “Der ist tot!” und habe den Fernseher gleich ausgeschaltet. Erst in den Nachrichten, habe ich erfahren, dass es glücklicherweise nicht so war.

Schämu

30.11.2020, 11:59

Alle wissen es, dass sowas passieren kann....... die Show geht nächstes Wochenende weiter und alle warten auf den nächsten Crash... es lebe der Sport, wenn man das so nennen kann.