Neue Studie - Deutschschweizer Schüler müssen nur halb so oft wiederholen wie Romands
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Neue StudieDeutschschweizer Schüler müssen nur halb so oft wiederholen wie Romands

Ein Bericht des Bundesamts für Statistik bescheinigt der Westschweiz eine fast doppelt so hohe Wiederholungsquote wie in der Deutschschweiz. Die wichtigsten Faktoren für Erfolg oder Misserfolg sind aber im ganzen Land dieselben.

von
Patrick McEvily
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Die allermeisten Kinder in der Schweiz müssen nie eine Primarschul-Klasse wiederholen. Pro Jahrgang liegt die Quote laut dem Bundesamt für Statistik bei 1,3 Prozent.

Die allermeisten Kinder in der Schweiz müssen nie eine Primarschul-Klasse wiederholen. Pro Jahrgang liegt die Quote laut dem Bundesamt für Statistik bei 1,3 Prozent.

20min/Marco Zangger
Jungen sind leicht häufiger betroffen als Mädchen. Einen grösseren Einfluss als das Geschlecht haben allerdings die Herkunft sowie der Bildungsstand der Eltern.

Jungen sind leicht häufiger betroffen als Mädchen. Einen grösseren Einfluss als das Geschlecht haben allerdings die Herkunft sowie der Bildungsstand der Eltern.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Gemäss dem Bundesamt für Statistik wiederholen jedes Jahr 1,3 Prozent eine Primarschul-Klasse.

  • In der Westschweiz ist die Quote doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz.

  • Der Röstigraben ist aber nicht der einzige Faktor: Herkunft und der Bildungsstand der Eltern eines Kindes spielen eine noch grössere Rolle.

Laut dem Bundesamt für Statistik müssen jedes Jahr 1,3 Prozent der Primarschülerinnen und Primarschüler eine Klasse wiederholen. Im Bericht, der am Donnerstag publiziert wurde, sind die Daten von Kindern und Jugendlichen in den Alterskategorien vier bis 16 enthalten, die seit 2012 in die obligatorische Schule eingetreten sind.

In den Zahlen zeigt sich eine Diskrepanz zwischen der Deutsch- und der Westschweiz. In der Romandie wiederholen demnach knapp doppelt so viele Schülerinnen und Schüler eine Klasse. Der Kanton Neuenburg führt die Liste mit einem Wert von 2,6 Prozent an, am tiefsten ist die Quote in Graubünden mit 0,5 Prozent.

Insgesamt halten sich die Unterschiede aber in Grenzen. In der Romandie beläuft sich die Wiederholungs-Quote pro Jahrgang auf rund 2 Prozent, während sie in der Deutschschweiz bei 1,2 Prozent liegt. Noch tiefer liegt sie in der italienischen Schweiz (0,9 Prozent).

Einzelne Bevölkerungsgruppen sind stärker betroffen

Jungen müssen insgesamt etwas häufiger eine Klasse wiederholen als Mädchen (1,5 gegenüber 1,2 Prozent). Keinen Graben gibt es laut dem BFS zwischen Stadt und Land. Die Einwanderungsquote in einem Landesteil hingegen kann einen Hinweis auf die Wiederholungsquote geben. Kinder, die erst ab einem Alter von sechs Jahren in die Schweiz gekommen sind, sind mit einer Quote von 2,8 Prozent überdurchschnittlich stark betroffen. Ein weiterer Faktor ist das Bildungsniveau der Eltern. Haben diese studiert, sinkt die Quote auf 0,7 Prozent.

Nicht nur der Röstigraben entscheidet über Erfolg oder Misserfolg: Auch innerhalb der Kantone gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Gemeinden oder gar einzelnen Schulen. Hier gibt es die ganze Studie zum Nachlesen.

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