Betreibungen: Romands haben schlechte Zahlungsmoral
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BetreibungenRomands haben schlechte Zahlungsmoral

5,5 Prozent der Schweizer Privatpersonen haben Betreibungen am Hals oder müssen sich mit Verlustscheinen herumschlagen. Die kantonalen Unterschiede sind enorm.

von
sas
Gemessen an der Einwohnerzahl zählt der Kanton Appenzell Innerrhoden am wenigsten Personen, die mit einer Betreibung konfrontiert sind.

Gemessen an der Einwohnerzahl zählt der Kanton Appenzell Innerrhoden am wenigsten Personen, die mit einer Betreibung konfrontiert sind.

Zahlt ein Schuldner eine Rechnung trotz wiederholter Mahnung nicht, riskiert er eine Betreibung durch den Gläubiger. Die Häufigkeit solcher Verfahren ist aber nicht in allen Landesteilen gleich gross, wie eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Crif zeigt, die der NZZ vorliegt. Ausgewertet wurden Angaben aus der kostenpflichtigen Datenbank Teledata.

Am vollsten sind die Betreibungsregisterauszüge in der Westschweiz, die schlechtesten Zahler wohnen in den Kantonen Neuenburg und Genf. Hier beträgt die sogenannte Schuldnerquote 9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das ist annähernd doppelt so hoch wie der schweizweite Mittelwert von 5,5 Prozent. Überdurchschnittlich schlecht ist die Zahlungsmoral auch in Basel-Stadt, dem Kanton Waadt oder dem Tessin.

Gezählt wurden sämtliche Privatpersonen, die über Betreibungen ab dem sogenannten Fortsetzungsverfahren verfügen. Will heissen: Es geht um gerechtfertigte Forderungen, weil diese von einem Gericht bestätigt worden sind. Einbezogen in die Analyse wurden auch Konkurse und Verlustscheine. Ein Verlustschein bedeutet für den Schuldner, dass er am Existenzminimum leben muss. Mit dem Verlustschein wird der Gläubiger informiert, dass der Schuldner die Forderungen derzeit nicht bezahlen kann. Die Informationen stammen von 500 Firmen aus der ganzen Schweiz.

Pflichtbewusste Appenzeller

Gemessen an der Einwohnerzahl zählt der Kanton Appenzell Innerrhoden am wenigsten Personen, die mit einer Betreibung konfrontiert sind. Nur 1,2 Prozent der Privatpersonen haben massive Zahlungsrückstände. Überdurchschnittlich gut ist die Zahlungsmoral auch in den Zentralschweizer Kantonen Uri, Nidwalden, Obwalden und Zug.

Wie die Analyse von Crif weiter ergeben hat, ist die Schuldnerquote in den Städten generell höher als in den ländlichen Gebieten. Am unzuverlässigsten sind die Bewohner von La Chaux-de-Fonds, wo 11,6 Prozent der Personen in einem fortgeschrittenen Betreibungsverfahren stecken oder einen Konkurs am Hals haben. Hoch ist diese Quote mit 10,3 bzw. 10 Prozent auch in Biel oder Neuenburg. Zum Vergleich: Zürich kommt auf einen Wert von 5,3 Prozent. Am untersten Ende dieser Skala befindet sich die Stadt Uster.

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